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1 (1910) Die Immatrikulationen von 1544 - 1656
Entstehung
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Vorwort.

Während die Matrikeln der meisten deutschen Universitätenlängst durch den Druck der allgemeinen Benutzung zugänglich ge-macht worden waren, harrte die der Universität Königsberg nochder Veröffentlichung.

Die Matrikel der Königsberger Universität steht aber an Be-deutung denen anderer Universitäten nicht nach. Die altpreussischeHochschule wurde keineswegs allein von den Landeskindern besucht,zu deren Ausbildung für den Dienst in der Kirche und im Staat,in der Schule und Gemeinde ihr hochherziger Gründer sie ins Lebengerufen hatte, sondern übte auch auf die benachbarten baltischenProvinzen, auf Litauen, Polen und Russland, wie auf die skandina-vischen Länder, eine starke Anziehungskraft aus. Zählt man dieNamen der Studierenden, die aus jenen Gebieten sich der Königs-berger Universität zuwandten, so gewinnt man ein Bild von derBreite und Stärke des Kulturstromes, der sich von dem deutschenBoden am Pregel über die' benachbarten Länder des Nordens undOstens ergoss.

Nachhaltig und innig ist aber auch die Verbindung der Hoch-schule mit dem deutschen Mutterlande geblieben. Nicht bloss ent-stammte ein grosser Teil der Lehrer dem deutschen Reiche oderhatte seine akademischen Grade an einer der alten UniversitätenDeutschlands erworben, sondern sie wurde auch aus allen Teilendes evangelischen Deutschland, zumal während des dreissigjähri-gen Krieges und gegen Ende des 18. Jahrhunderts, von lernbegieri-gen Jünglingen in überraschend grosser Anzahl aufgesucht.

Nicht nur für die Geschichte der Universität selbst und für dieKirchen-, Gelehrten- und Familiengeschichte Ostpreussens und derbenachbarten Gebiete, sondern auch für die ganz Deutschlands istdaher die Matrikel der Königsberger Universität eine Quelle vongrosser Wichtigkeit.

Die Hoffnung, dass diese Quelle der Benutzung erschlossenwerde, schien sich schon vor länger als einem Jahrzehnt verwirk-