Einleitung.
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dritte Gruppe, die der Depositi, die, auch als Initiati bezeichnet,in der Regel in die Matrikel eingetragen wurden, ohne selbstein Gehorsamsversprechen abzulegen. Es ist nun die Frage, obdiese zwei zuletzt genannten Gruppen als Studierende anzu-sprechen sind. Dass die Depositi, die kein Gehorsamsversprechenablegten, nicht als solche zu erachten sind, ist zweifellos. WennHenricus Bredelovius im S. 1682 (Nr. 42) mit dem Zusatzeeingetragen wurde: „ob aetatem neque stipulavit neque iu-
ravit“, so handelte es sich dabei um die Deposition eines Kindes,nicht um die Aufnahme eines Studierenden. Solche Kinderdeposi-tionen sind, wie wir schon oben gesehen haben, 1 ) im 17. Jahrhundertsehr häufig gewesen. Leider wird zwischen den Kindern, die einGehorsamsversprechen abgeben durften, und solchen, denen man eserliess, in der Matrikel anfangs nicht immer scharf unterschieden, wiesich denn auch keine Angabe darüber findet, mit welchem Jahre einKind zum Gehorsamsversprechen zugelassen wurde. Es ist daherunmöglich anzugeben, wie viele dieser Depositi von vorherein aus derZahl der Studierenden auszuscheiden haben.
Streitig kann es sein, ob die Depositi, die ausdrücklich als „Sti-pulati“ angeführt werden, d. h. als solche, die ein Gehorsamsver-sprechen abgelegt hatten, zu den in Königsberg anwesenden Studie-renden zu rechnen sind. Eulenburg hat in seinen Arbeiten über dieFrequenz der deutschen Universitäten zwar zugegeben, dass sichunter den Non-iurati eine Menge von Kindern befanden, die von ihrenEltern nur vorübergehend zur Universität gebracht wurden, um in-skribiert zu werden, doch hält er es für ganz falsch, die Nichtver-eidigten überhaupt von den Immatrikulierten abzuziehen. 2 ) Manmüsse sich vergegenwärtigen, so sagt er, dass eine völlige Scheidungzwischen Universität und Gymnasium keineswegs bestanden, dass teil-weise beide Anstalten unter einer Leitung gestanden hätten, und dassdann auch die Matrikel dieselbe gewesen sei. Doch auch wo sichbeide Anstalten von einander geschieden hätten-, sei der Unterrichtauf der Universität nicht viel anders als auf der Lateinschule gewesen.Das jugendliche Alter habe unter diesen Umständen keine Hinderunggebildet, die Universität zu besuchen. Wenn die Yorkenntnisse zur
1) S. LXXII.
2) Über die Frequenz der deutschen Universitäten in früherer Zeit inden Jahrb. für Nationalökonomie und Statistik X. f. Bd. XIII (Jena 1897)S. 481 ff. und Die Frequenz der deutschen Universitäten in den Abhand-lungen der Königl. Sachs. Gesellsch. der Wissenschaften, Phil, histor. KlasseBd. XXIY Heft 2 (Leipzig 1904), namentl. von S. 25 an.