Einleitung.
LXXXIX
Ihnen schlossen sich Orgelbauer (ÖQyavoveyvivai) und dieA r erfertiger anderer musikalischer Instrumente an (instrumentorummusicorum fabricatores), wie «auch die Verfertiger chirurgischerund mathematischer Instrumente und die Brillenmncher (artismedian, et opticar. peritus, scientiarum mechanicarum cultor, mecha-nicus, mechanicus praecipue instrumenta mathematica parans).
Endlich hatten von Alters her ein Anrecht auf die Einzeich-nung in die Matrikel die Angehörigen des Buchgewerbes. Hierzugehörten die Buchhändler und Buchhandlungsgehilfen (bibliopolae,artis librariae cultores, bibliopolae et officinae librariae cultores,mercaturae librariae socii, bibliopolae scientiarum cultores), die Buch-drucker und zwar nicht bloss die Leiter der Druckereien, wie deram 3. März 1763 inskribierte Anton Phil. Sauer aus Hamburg, derals „praefectus typographiae Hartungianae“ angeführt wird, son-dern auch Buchdruckergehilfen (artis typographicae cultores o.studiosi, typographi, Druckergesellen), ferner die Schriftgiesser,wie Joh. Wenzeslaus Halblitzel, „typorum litterariorum fusor pri-vilegiatus“, am 8. April 1741, Briefmaler und endlich die Buch-binder. Es handelt sich dabei nicht bloss um den Universitäts-buchbinder, wie den im W. 1650 (Nr. 64) inskribierten BarthelKloot, der als „Academischer Buchbinder“ durch Handschlag ver-pflichtet wurde, sondern um jeden, der dieses Gewerbe in der Stadtbetrieb. Wurden doch im Sommersemester 1804 nicht weniger als14 Buchbindermeister und zwei Buchbindergesellen (bibliopegi,compactores librorum) inskribiert. Es galt dabei nur die Bedin-gung, dass sich der Buchbinder auf sein Gewerbe beschränkte undkeinen offenen Laden hielt. So verzichtete der Buchbinder Jo-hannes Mohr, der im W. 1606 (Nr. 40) das akademische Bürgerrechterwarb, auf dieses, da man ihm den Verkauf von allerhand Warenund das Aufmachen eines offenen Ladens verbot.
In den statistischen Angaben, wie sie seit dem Ausgangedes 18. Jahrhunderts häufig am Schlüsse der Semester erscheinen,werden alle Künstler, Kunsthandwerker und Gewerbetreibende als„artifices“ oder als „non studiosi“ zusammengefasst. Ihre Zahlist zum Teil sehr erheblich gross gewesen. Am Schlüsse des Win-tersemesters 1796 heisst es z. B.: „Inter hos 87 inscriptos 57 stu-diosi sunt ... et 30 alii non studiosi“, an dem des Wintersemesters1798: „Ex his 77 inscriptis sunt 2 comites, 8 nobiles . . ., 1 Ju-daeus et 16 sic dicti artifices seu non studiosi“, an dem des Sommer-