Einleitung.
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die Cerimonie ausführlich beschreibt.’) Danach hatte jeder, derdeponiert werden wollte, sich zuerst beim Dekan der Philosophi-sche]! Fakultät zu melden. Dieser lud, sobald eine bestimmte An-zahl von Beanen oder Bachanten vorhanden war, den Depositormit seinen Gehilfen auf einen bestimmten Tag zu dem Akte ein.Der Depositor, meist ein älterer Student, der auf einen bürgerlichenBeruf verzichtet hatte, erschien mit seinen Instrumenten, Axt,Beil, Zange, Hammer, Säge, Wanne, einbeinigen Sesseln, Scher-messer, Spiegel, Horn, Holzgabel, Bohrer, Ivamm usw., ver-teilte sie an die Beanen, malte ihnen mit Stiefelwichse einen Bartund führte sie, nachdem er selbst das Gewand eines Gauklers an-gelegt hatte, vor den Dekan und die geladenen Gäste. Er begannmit einer lateinischen Rede und richtete dann an die Beanenallerhand Scherzfragen. Erhielt er nicht die von ihm gefor-derten Antworten, so schlug er den Bean mit einem Schlauch, dermit Mehl oder Sand gefüllt war, bis jener Tränen vergoss. Dannhiess er die Beanen die Instrumente abgeben und sich im Kreisederart auf den Boden legen, dass ihre Köpfe zusammenstiessen.Xachdem er die verschiedenen Werkzeuge an den einzelnen Körper-teilen erprobt, die Schultern und Achselhöhlen behauen, die Knöchelabgehobelt und mit dem Beile bearbeitet und an den Füssenherum gesägt hatte, hiess er sie wieder aufstehen. Danach setzteer den Beanen Hörner auf, die er wieder mit dem Beil herunter-schlug, setzte einem jeden den Bachantenzahn ein, den er mit derZange wieder herausriss. Hiernach mussten sich die Beane auf dieeinbeinigen Schemmel setzen, die ihnen nur einen höchst unsichernSitz boten. Sie wurden nun rasiert. An Stelle der Seife diente Ziegel-mehl, anstatt des Schermessers ein Messer von Holz, anstatt desfeinen Kesseltuches zum Abtrocknen ein altes, grobes Leintuch.Zuletzt wurden sie gekämmt und ihr Haar mit Hobelspänen be-streut. Der Depositor trieb sie hiernach, indem er mit seinemSchlauch auf sie einhieb, aus dem Zimmer, legte dann seine Gauk-lerkleidung ab, hiess sie ihr Gewand wieder ordnen und sich vonden Spuren der Cerimonie reinigen und kehrte dann wieder mitihnen zur Versammlung zurück. In einer lateinischen Ansprachean den Dekan empfahl er sie dessen Wohlwollen und bat in ihremNamen um das Depositionszeugnis. Der Dekan antwortete eben-falls in einer lateinischen Rede, in der er den Brauch der Deposi-
1) § 4 der Dissertation ist bei Arnoldt a. a. O. I. Beylagen S. 414 ab-gedruckt worden.