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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
224
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Deutschland.

Wir schüttelten uns die Hände, es schwammIm Auge des Manns eine Thräna.

Wie frente er sich, mich wieder zu sehn!Es war eine rührende Scenc. —

Nicht alle fand ich. Mancher hatDas Zeitliche gesegnet.

Ach! meinem Gumpelino sogarBin ich nicht mehr begegnet.

Der Edle hatte ausgehauchtDie große Seele soeben,

Und wird als verklärter Seraph jetztAm Throne Jehovas schweben.

Vergebens suchte ich überallDen krummen Adonis, der Tassenlind Nachtgeschirre von PorzellanFeilbot in Hamburgs Gassen.

Ob noch der kleine Meyer lebt,

Das kann ich wahrhaftig nicht sagen;

Er fehlte mir, doch ich vergaßBei Cornet nach ihm zu fragen.

Sarras, der treue Pudel, ist tot,

Ein großer Verlust! ich wette,

Daß Campe lieber ein ganzes SchockSchriftsteller verloren hätte.

Die Population des Hamburger StaatsBesteht seit MenschengedenkenAus Juden und Christen: es Pflegen auchDie letztren nicht viel zu verschenken.

Die Christen sind alle ziemlich gut,

Auch essen sie gut zu Mittag,

Und ihre Wechsel bezahlen sie prompt,

Noch vor dem letzten Rcspittag.

Die Inden teilen sich wieder einIn zwei verschiedne Parteien;

Die alten gehn in die SynagogßUnd in den Tempel die neuen.

Die neuen essen Schweinefleisch.

Zeigen sich widersetzig,

Sind Demokraten; die alten sindVielmehr aristokrätzig.