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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
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Deutschland,

Der Kaiser ist auferstanden seitdem,

Doch die englischen Würmer habenAus ihm einen stillen Mann gemacht,

Und er ließ sich wieder begraben,

Hab' selber sein Leichenbegängnis gesehn,Ich sah den goldenen WagenUnd die goldenen Siegesgöttinnen drauf,Die den goldenen Sarg getragen.

Die elysäischcn Felder entlang,

Durch des Triumphes Bogen,

Wohl durch den Nebel, wohl über den SchneeKam langsam der Zug gezogen.

Mißtönend schauerlich war die Musik.Die Musikanten starrtenBor Kälte, Wehmütig grüßten michDie Adler der Standarten,

Die Menschen schauten so geisterhaftIn alter Erinnrung verloren —Der imperiale MärchentrnumWar wieder herauf beschworen.

Ich weinte an jenem Tag, Mir sindDie Thränen ins Auge gekommen,

Als ich den verschollenen Licbesruf,Das „Vivo I'lZmxsrsur!" vernommen.

Kapitel IX,

Von Köllen war ich dreiviertel auf achtDes Mvrgens fortgereisct;

Wir kamen nach Hagen schon gegen drei,Da wird zu Mittag gespeiset.

Der Tisch war gedeckt. Hier fand ich ganzDie altgermanische Küche,

Sei mir gegrüßt, mein Sauerkraut,

Holdselig sind deine Gerüche!

Gestovte Kastanien im grünen Kohl!

So aß ich sie einst bei der Mutter!Ihr heimischen Stockfische, seid mir gegrüßt!Wie schwimmt ihr klug in der Butter!