Deutschland. 185
Die Qual, die Angst, der Ungestüm,
DaS steigert sich Ins zum Krämpfe.
Es zittert mein Fuß vor Ungeduld,
Daß er deutschen Boden stampfe.
Vor Ende des Jahres bin ich zurückAns Deutschland, und ich denkeAuch ganz genesen, ich kaufe dir dannDie schönsten NeujahrSgcschenke.
Kapitel I.
Im traurigen Monat November war's,Die Tage wurden trüber,
Der Wind riß von den Bäumen das Laub,Da reist' ich nach Deutschland hinüber.
Und als ich an die Grenze kam,
Da fühlt' ich ein stärkeres KlopsenIn meiner Brust, ich glaube sogarDie Augen begannen zu tropfen.
Und als ich die deutsche Sprache vernahm,Da ward mir seltsam zu Mute;
Ich meinte nicht anders, als ob das HerzRecht angenehm verblute.
Ein kleines Harfemnttdchen sang.
Sie sang mit wahrem GefühleUnd falscher Stimme, doch ward ich sehrGerührct von ihrem Spiele.
Sie sang von Liebe und Liebesgram,Aufopfrnng und WiederfindenDort oben in jener besseren Welt,
Wo alle Leiden schwinden.
Sie sang vom irdischen Jammerthal,Von Freuden, die bald zerronnen,Von jenseits, wo die Seele schwelgtVerklärt in cw'gcn Wonnen.
Sie sang das alte Entsagungslicd,Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,DaS Volk, den großen Lümmel.