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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
122
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Atta Troll.

Dieser Bärenführer trägtSechs Madonnen auf dem Spitzhut,Die sein Haupt vor FeindeskugelnOder Läusen schützen sollen.

Über seine Schulter hängtEine bunte Altardecke,

Die als Mantel sich gebärdet;

Drunter lauscht Pistol und Messer.

War ein Mönch in seiner Jugend,Später ward er Rüuberhauptmann;Beides zu vereinigen, nahm erEndlich Dienste bei Don Carlos.

Als Don Carlos fliehen mußteMit der ganzen Tafelrunde,

Und die meisten PaladineNach honettem Handwerk griffen

(Herr Schnapphanski wurde Autor)Da ward unser GlaubensritterBärenführer, zog durchs LandMit dem Atta Troll und Mumma

Und er läßt die beiden tanzenVor dem Volke, auf den Märkten;Auf dem Markt von CauteretsTanzt gefesselt Atta Troll!

Atta Troll, der einst gehauset,Wie ein stolzer Fürst der Wildnis,Auf den freien Bergcshöhen,

Tanzt im Thal vor Menschcnpöbell

Und sogar für schnödes GeldMuß er tanzen, er, der weilandIn des Schreckens MajestätSich so welterhaben fühlte!

Denkt er seiner Jugendtage,Der verlornen Waldesherrschaft,

Dann erbrummen dunkle LauteAus der Seele Atta Trolls;

Finster schaut er wie ein schwarzerFreiligräthscher Mohrenfürst,

Und wie dieser schlecht getrommelt,Also tanzt er schlecht vor Ingrimm.