Neue Gedichte.
„Eure Katz' ist meine Frau;Ich erkenne sie genauAm Geruch, am Glanz der Augen,Spinnen, Schnurren, Pfötchensaugen . .
Der Nachbar und die Nachbarin,Sie riefen: „Jürgen, nimm sie hin!"Der Hofhund bellt: „Wau! wau!"Die Katze schreit: „Miau!"
19.
Fortuna.
Frau Fortuna, ganz umsonstThust du spröde! deine GunstWeiß ich mir durch Kampf und RingenZu erbeuten, zu erzwingen.
Überwältigt wirst du doch,
Und ich spanne dich ins Joch,
Und du streckst am End' die Waffen —Aber meine Wunden klaffen.
Es verströmt mein rotes Blut,Und der schöne LebensmutWill erlöschen; ich erliegeUnd ich sterbe nach dem Siege.
20.
Klagelied
eines altdeutschen Jünglings.
Wohl dem, dem noch die Tugend lacht,Weh dem, der sie verlieret!
Es haben mich armen JünglingDie bösen Gesellen verführet.
Sie haben mich um mein Geld gebrachtMit Karten und mit Knöcheln;Es trösteten mich die MädchenMit ihrem holden Lächeln.
Und als sie mich ganz besoffen gemachtUnd meine Kleider zerrissen,
Da ward ich armer JünglingZur Thür hinausgeschmissen.