Neue Gedichte. 4g
„Ich liebe sie mit Allgewalt,
Mit Flamme», die mich verzehren —
Ist das der Hölle Feuer schon,
Die Glitten, die ewig währen?
„O heiliger Vater, Papst Urban,
Du kannst ja binden und lösen!
Errette mich von der HöllenqualUnd Vvn der Macht deS Bösen!"
Der Papst Hub jammernd die Hand' empvr,Hub jammernd an zu sprechen:
„Tannhänscr, nnglückscl'ger Mann,
Der Zauber ist nicht zu brechen.
„Der Teufel, den man Venns nennt,
Er ist der schlimmste von allen,
Erretten kann ich dich nimmermehrAus seinen schönen Krallen.
„Mit deiner Seele mußt du jetztDes Fleisches Lust bezahlen,
Du bist verworfen, du bist verdammtZu ewigen Höllenqualen."
3.
Der Ritter Tannhänser er wandelt so rasch,
Die Füße die wurden im wunde,
Er kam zurück in den VenusbcrgWohl um die Mitternachtstnndc.
Frau Venus erwachte aus dem Schlaf,
Ist schnell aus dem Bette gesprungen:
Sie hat mit ihrem weißen ArmDen geliebten Mann umschlungen.
Ans ihrer Nase rann das Blut,
Den Augen die Thräncn entflossen!
Sie hat mit Thränen und Blut das GesichtDes geliebten Mannes begossen.
Der Ritter legte sich ins Bett,
Er hat kein Wort gesprochen.
Frau Venns in die Küche ging,
Um ihm eine Suppe zu kochen.
Sie gab ihm Suppe, sie gab ihm Brot,
Sie witsch seine wunden Füße,
Heine's Werke. II. Bd. 4