Neue Gedichte.
Da zog er in den VenuSberg,
Blieb sieben Jahre drinnen.
„Frau Venus, meine schöne Frau,
Leb wohl, mein holdes Leben!
Ich will nicht langer bleibet! bei dir,
Du sollst mir Urlaub geben."
„„Tannhäuser, edler Ritter mein,
Hast heut mich nicht geküsset;
Küß mich geschwind, und sage mir,
Was du bei mir vermisset?
„„Habe ich nicht den süßesten WeinTagtäglich dir kredenzet?
Und Hab' ich nicht mit Rosen dirTagtäglich das Haupt bekränzet?""
„Frau Venns, meine schöne Fran,
Von süßem Wein und KüssenIst meine Seele worden krank;
Ich schmachte nach Bitternissen.
„Wir haben zu viel gescherzt und gelacht,Ich sehne mich nach Thräncn,
Und statt mit Rosen möcht' ich mein HauptMit spitzigen Dornen krönen."
„„Tannhäuser, edler Ritter mein,
Du willst dich mit mir zanken;
Du hast geschworen viel tausendmal,
Niemals von mir zu wanken.
„„Komm, laß uns in die Kammer gehn,Zu spielen der heimlichen Minne;
Mein schöner lilienweißer LeibErheitert deine Sinne.""
„Fran Venus, meine schöne Frau,
Dein Reiz wird ewig blühen;
Wie viele einst für dich geglüht,
So werden noch viele glühen.
„Doch denk' ich der Götter und Helden, die einstSich zärtlich daran geweidet,
Dein schöner lilienweißer Leib,
Er wird mir schier verleidet.
„Dein schöner lilienweißer LeibErfüllt mich fast mit Entsetzen,