Nene Gedichte.
Wer ist der KapellenmeisterIn deni grünen Wald-Orchester?
Ist es dort der grane Kiebitz,Der beständig nickt so wichtig?
Oder der Pedant, der dortenImmer knckuckt zeitmaßrichtig?
Ist es jener Storch, der ernsthaftUnd als ob er dirigieret,
Mit dem langen Streckbein klappert,Während alles musizieret?
Nein, in meinem eignen HerzenSitzt des Walds Kapellcnmeister,Und ich fühl', wie er den Takt schlägt,Und ich glaube, Amor heißt er.
9.
„Im Anfang war die NachtigallUnd sang das Wort: Züküht! ZükühtUnd wie sie sang, sproß überallGrüngras, Violen, Apfelblüt'.
„Sie biß sich in die Brust, da floßIhr rotes Blut, und aus dem BlutEin schöner Rosenbaum entsproß;Dem singt sie ihre Liebesglut.
„UnS Vögel all' in diesem WaldVersöhnt das Blut aus jener Wund';Doch wenn das Rosenlied verhallt,
Geht auch der ganze Wald zu Grund."
So spricht zu seinem SpätzeleinIm Eichennest der alte Spatz;Die Spätzin piepet manchmal drein,Sie hockt auf ihrem Ehrenplatz.
Sie ist ein häuslich gutes WeibUud brütet brav und schmollet nicht;Der Alte giebt zum ZeitvertreibDen Kindern Glaubcnsunterricht.
k0.
Es hat die warme FrühlingSnachtDie Blumen hervorgctriebeu,