Il> Neue Gedichte.
Doch es ist kein Schneegestöber,
Merkst es bald mit freud'gem Schrecken;Dnft'ge Frühlingsblüten sind es,Die dich necken und bedecken.
Welch ein schanersüßer Zauber!
Winter wandelt sich in Maie,
Schnee verwandelt sich in Blüten,Und dein Herz, eS liebt anfs neue
2.
In dem Walde sprießt und grünt esFast jungfräulich lnstbeklvnimen;
Doch die Sonne lacht herunter:
Junger Frühling sei willkommen!
Nachtigall! auch die schon hör' ich,Wie du flötest selig trübe,
Schluchzend langgezogne Töne,
Und dein Lied ist lauter Liebe!
3.
Die schönen Augen der Frühlingsnacht,Sie schauen so tröstend nieder:
Hat dich die Liebe so kleinlich gemacht,Die Liebe, sie hebt dich wieder.
Ans grüner Linde sitzt und singtDie süße Philomele;
Wie mir das Lied zur Seele dringt,So dehnt sich wieder die Seele.
4.
Ich lieb' eine Blume, doch weiß ich nicht welche,Das macht mir Schmerz;
Ich schau' in alle Blumenkelche,
Und such' ein Herz.
Es duften die Blumen im Abendscheine.Die Nachtigall schlägt.
Ich such' ein Herz, so schön wie das meine,So schön bewegt.
Die Nachtigall schlägt, und ich versteheDen süßen Gesang;
Uns beiden ist so bang und wehe,
So weh und bang.