184 Novellistische Fragmente.
Fnmilicnvater, Ein Familienvater soll einen Familienvater er-morden! ja töten! umbringen!"
Da der Vr, Pistor, einer der Zweibrncker Helden, welcher mirdiese Geschichte erzählte, jetzt dem Bereiche jeder Verantwortlichkeitentsprungen ist, darf ich ihn wohl als Gewährsmann nennen. Erversicherte mir, daß die deutsche Revolution durch die erwähnte Senti-mentalität des Familienvaters vor der Hand njourniert wurde. Unddoch war der Moment ziemlich günstig, Rur damals und währendden Tagen des Hambachcr Festes hätte mit einiger Aussicht gutenErfolges die allgemeine Umwälzung in Deutschland versucht werdenkönnen. Jene Hambacher Tage waren der letzte vermin, den dieGöttin der Freiheit uns gewährte; die Sterne waren günstig; seitdemerlosch jede Möglichkeit des Gelingens, Dort waren sehr viele Männerder That versammelt, die selber von ernstem Willen glühten und aufdie sicherste Hilfe rechnen konnten. Jeder sah ein, es sei der rechteMoment zu dem großen Wagnis, und die meisten setzten gerne Glückund Leben anfs Spiel , , , Wahrlich, es war nicht die Furcht, welchedamals nur das Wort entzügelte und die That zurückdämmte, —Was war es aber, was die Männer von Hambach abhielt, die Re-volution zu beginnen?
Ich wage es kaum zu sagen, denn es klingt unglaublich, aberich habe die Geschichte aus authentischer Quelle, nämlich von einemMann, der als wahrheitsliebender Republikaner bekannt und selberzu Hambach in dem Komitee saß, wo man über die anzufangendeRevolution debattierte; er gestand mir nämlich im Vertrauen, alsdie Frage der Kompetenz zur Sprache gekommen, als man darüberstritt, ob die zu Hambach anwesenden Patrioten auch wirklich kom-petent seien, im Namen von ganz Deutschland eine Revolution anzufangcn? da seien diejenigen, welche zur raschen That rieten, durchdie Mehrheit überstimmt worden, und die Entscheidimg lautete! „mausei nicht kompetent,"
O Schilda, mein Baterland!
Vencdey möge es mir verzeihen, wenn ich diese geheime Kompetenzgeschichtc ausplaudere und ihn selber als Gewährsmann nenne;aber es ist die beste Geschichte, die ich auf dieser Erde erfahren habe.Wenn ich daran denke, vergesse ich alle Kümmernisse dieses irdischenJammerthals, und vielleicht einst nach dem Tode in der neblichtenLangeweile des Schattenreiches wird die Erinnerung au diese Kom-petenzgeschichte mich aufheitern können , , , Ja, ich bin überzeugt,wenn ich sie dort Proserpinen erzähle, der mürrischen Gemahlin desHöllengottes, so wird sie lächeln, vielleicht laut lachen , . ,
O Schilda, mein Vaterland!
Ist die Geschichte nicht wert, mit goldenen Buchstaben auf Samtgestickt zu werden, wie die Gedichte des Mollakat, welche in der