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11 (1898) Ludwig Börne Novellistische Fragmente
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Novellistische Fragmente,

Stadt zuzubringen. Wie sich Vvn selbst versteht, er wurde meinintimster Freund, und er weinte helle Tropfen, als er späterhin fürlange Zeit Vvn mir Abschied nahm. Er reiste nämlich mit seinerGemahlin nach Sieilien, und beide habe ich seitdem nicht wieder-gesehen,

Als Maximilian diese Erzählung vollendet, erfaßte er raschseinen Hut und schlüpfte ans dem Zimmer,

Es war ini Jahre 181S nach Christi Geburt, daß mir derName Börne zuerst ans Ohr klang. Ich befand mich mit meinemseligen Vater ans der Frankfurter Messe, wohin er mich mitgenommen,damit ich mich in der Welt einmal umsehe; das sei bildend. Dabot sich mir ein großes Schauspiel, In den sogenannten Hütten,oberhalb der Zeil, sah ich die Wachsfiguren, wilde Tiere, außer-ordentliche Kunst- und Naturwerke, Auch zeigte mir mein Vaterdie großen, sowohl christlichen als jüdischen Magazine, worin mandie Waaren zehn Prozent unter dem Fabrikpreis einkauft, und mandoch immer betrogen wird. Auch das Rathaus, den Römer, ließ ermich sehen, wo die deutschen Kaiser gekauft wurden, zehn Prozentunter dem Fabrikpreis, Der Artikel ist am Ende ganz ausgegangen,Einst führte mich mein Vater ins Lesekabinctt einer der Logenoder fffZ Logen, wo er oft soupierte, Kaffee trank, Karten spielte undsonstige Freimaurer-Arbeiten verrichtete. Während ich im Zeituugs-lescn vertieft lag, flüsterte mir ein junger Mensch, der neben mirsaß, leise ins Ohr:

Das ist der Doktor Börne, welcher gegen die Komödiantenschreibt!"

Als ich aufblickte, sah ich einen Mann, der, nach einem Journalesuchend, mehrmals im Zimmer sich hin und her bewegte und baldwieder zur Thüre hinausging. So kurz auch sein Verweilen, soblieb mir doch das ganze Wesen deS Mannes im Gedächtnisse, undnoch heute könnte ich ihn mit diplomatischer Treue abkonterfeien.Er trug einen schwarzen Leibrvck, der noch ganz neu glänzte, und

Heinrich L^eme

über

(1840.)

Erstes Buch.