Florentinische Nächte.
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Brannschwcig ließ ihn manchmal ans seinen Hunden nmherreiten,und Seine Majestät der König Ludwig von Bayern hatte ihm seineerhabenen Gedichte vorgelesein Die Fürsten von Neuß-Schlciz-Kreuzund von Schwarzburg-Sondershanscn liebten ihn ivie einen Bruder,und hatten immer aus derselben Pfeife mit ihm geraucht. Ja, vonKindheit auf, sagte er, habe er unter lauter Souveränen gelebt, diejetzigen Monarchen seien gleichsam mit ihm aufgewachsen, und er be-trachtete sie wie seinesgleichen, und er lege auch jedesmal Traueran, wenn einer von ihnen das Zeitliche segne. Nach diesen gravi-tätischen Worten krähte er wie ein Hahn.
„Monsieur Türlütii war in der That einer der kuriosestenZwerge, die ich je gesehen; sein verrunzelt altes Gesicht bildete einenso putzigen Kontrast mit seinem kindisch schmalen Leibchen, und seineganze Person kontrastierte wieder so Putzig mit den Kunststücken, dieer produzierte. Er warf sich nämlich in die kecksten Posituren, undmit einem unmenschlich langen Rappiere durchstach er die Luft dieKreuz und die Quer, während er beständig bei seiner Ehre schwur,daß die Quarte oder jene Terze von niemandem zu parieren sei,daß hingegen seine Parade von keinem sterblichen Menschen durch-schlagen werden könne, und daß er jeden im Publikum auffordere,sich mit ihm in der edlen Fechtkunst zu messen. Nachdem der Zwergdieses Spiel einige Zeit getrieben und niemanden gefunden hatte,der sich zu einem öffentlichen Zweikampfe mit ihm entschließen wollte,verbeugte er sich mit altfranzösischer Grazie, dankte für den Beifall,den man ihm gespendet, und nahm sich die Freiheit, einem hochzn-verchrendcn Pnbliko das außerordentlichste Schauspiel anzukündigen,das jemals auf englischem Boden bewundert worden. ,Sehen Sie,diese Person' — rief er, nachdem er schmutzige Glacehandschuh an-gezogen und das junge Mädchen, das zur Gesellschaft gehörte, mitehrfurchtsvoller Galanterie bis in die Mitte des Kreises geführt —.diese Person ist Mademoisclle Laurence, die einzige Tochter der ehr-baren und christlichen Dame, die Sie dort mit der großen Trommelsehen, und die jetzt noch Trauer trägt wegen des Verlustes ihresinnigstgelicbtcn Gatten, des größten Bauchredners Europas! Made-moisclle Laurence wird jetzt tanzen! Bewundern Sie jetzt den ^.anzvon Mademoiselle Laurence!' Nach diesen Worten krähte er wiederwie ein Hahn.
„Das junge Mädchen schien weder auf diese Reden, noch aufdie Blicke der Zuschauer im mindesten zu achten; verdrießlich in sichselbst versunken harrte sie, bis der Zwerg einen großen Teppich zuihren Füßen ausgebreitet und wieder in Begleitung der großenTrommel seinen Triangel zu spielen begann. Es war eine sonder-bare Musik, eine Mischung von täppischer Brnmmigkeit und wollüstigemGekitzel, und ich vernahm eine pathetisch närrische, wehmütig freche,