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11 (1898) Ludwig Börne Novellistische Fragmente
Entstehung
Seite
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34 Novellistische Fragmente,

Bei diesen Worten gebärdete sich der Spanier, als wollte er an-hängende Wnssertrvpsen von sich abschütteln. Das Antlitz des Rabbiaber war gänzlich aufgeheitert. Er drückte seinem Freunde wieder-holentlich die Hand, und jedesmal sagte er:Ich freue mich!"

Und ich freue mich ebenfalls," sprach der andere wirhaben uns seit sieben Jahren nicht gesehen; bei unserem Abschied warich noch ein ganz junger Gelbschnabel, und du, du warst schon sogesetzt und ernsthaft , , , Was ward aber aus der schönen Donna, diedir damals so viele Seufzer kostete, wohlgereiinte Seufzer, die du mitLantenklang begleitet hast , , ."

Still, still! die Donna hört uns, sie ist mein Weib, und duselbst hast ihr heute eine Probe deines Geschmackes und DichtertalenteSdargebracht,"

Nicht ohne Nachwirkung der früheren Verlegenheit begrüßte derSpanier die schöne Frau, welche mit anmutiger Güte jetzt bedauerte,daß sie durch Äußerungen des Unmutes einen Freund ihreS Mannesbetrübt habe.

Ach, Sennora," antwortete Don Isaak wer mit täppischerHand nach einer Rose griff, darf sich nicht beklagen, daß ihn dieDornen verletzen! Wenn der Abendstern sich im blauen Stromegoldfunkelnd abspiegelt , , ."

Ich bitte dich um Gottes willen," unterbrach ihn der Rabbi,

hör ans! , , , Wenn wir so lange warten sollen, bis der Abend-stern sich im blauen Strome goldfunkelnd abspiegelt, so verhungertmeine Frau; sie hat seit gestern nichts gegessen und seitdem viel Un-gemach und Mühsal erlitten,"

Nun, so will ich euch nach der besten Garküche Israels führen"

rief Don Isaak nach dem Hause meiner Freundin Schnapper-Elle, das hier in der Nähe, Schölt rieche ich ihren holden Duft,nämlich der Garküche, O wüßtest du, Abraham, wie dieser Duftmich anspricht! Er ist es, der mich, seit ich in dieser Stadt verweile,so oft hinlockt nach den Zelten Jakobs. Der Verkehr mit dem VolkeGottes ist sonst nicht meine Liebhaberei, und wahrlich nicht um hierzu beten, sondern um zu essen, besuche ich die Judengasse . , ."

Du hast uns nie geliebt, Don Isaak , , ,"

Ja" fuhr der Spanier fortich liebe eure Küche weitmehr als euren Glauben; es fehlt ihm die rechte Sauce, Euch selberhabe ich nie ordentlich verdauen können. Selbst in euren bestenZeiten, selbst unter der Regierung meines Ahnherrn David, welcherKönig war über Inda und Israel, hätte ich es nicht unter euch aus-halten können, und ich wäre gewiß eines frühen Morgens aus derBurg Zion entsprungen und nach Phönizien emigriert oder nachBabylon, wo die Lebenslust schäumte im Tempel der Götter , , ,"

Du lästerst, Isaak, den einzigen Gott," murmelte finster