Druckschrift 
2 (1842) (1842)
Entstehung
Seite
384
Einzelbild herunterladen
 

384

besonderer Beziehung auf deutsche Verhaltnisse zu schildern.Zwar kann dieß hier nur in allgemeinen Umrissengeschehen; allein selbst unter dieser Form-Beschrankung bleibtder Grundstoff interessant genug, um einer anspruchslosenSkizze seines Wesens Haltung und Anklang zu verschassen.

So abschreckend auch der älteste natürliche Austandunseres deutschen Vaterlandes, während der ersten siebenhundert Jahre nach Christi Geburt, von den römischenSchriftstellern, den wichtigsten historischen Zeugen für diesePeriode, geschildert wird; so sehr sie sich auch darin gefallen,Germaniens damaligen Grund und Boden als eine trau-rige Verbrüderung von Berg, Wald und Sumpf zu be-zeichnen, worin wilde Thiers ihr ungestörtes Wesen getrieben,während der fremde Wanderer sich kaum einen ärmlichenFußpfad durch das endlose Dunkel wild verwachsener Bäumezu erringen vermocht: so wenig dürfen wir doch daranzweifeln, daß das finster hinstarrcnde Antlitz dieser WildnißZug um Aug eine freundlichere Miene bekommen, alssich ihre menschlichen Bewohner nicht nur allmähligvermehrten, sondern ihnen auch von auswärts hervielfacher Anlaß zur Verfeinerung zukam.

Die Ursache, warum dieser von den Alpen und demRheine her gebotene fremde Anlaß mit Nachwirkung Wur-zel schlagen konnte, lag in eben dem Zweige germanischerThätigkeit, den wir hier vorzugsweise näher darstellen wollen:in dem still betriebsamen Ackerbau, durch dessen wohlthä-tige Folgen jedwedes Volk zuerst von dem unstäten Fischer-,Jager- und Hirten-Leben zu gedeihlicher Seßhaftigkeitauf Grund und Boden übergeführt, und in die rechte Bahnfür den Erwerb eines wahren National-Glücks eingeleitetzu werden pflegt.