314
Beziehung den ersten Getraide-Sorten im Wcrlhe gleichgestellt werden muß. Auch bezeugt die Geschichte es deut-lich, daß zu allen Zeiten unter Völkern jeder Art undCultur-Stufe wegen verweigerter Benutzung von Salz-quellen oder Salzlagern oft die heftigsten Kriege und Strei-tigkeiten ausgebrochen sind, und Rivalität hierin zwischenNachbar-Staaten selbst mitunter eine Art von National-haß hervorgerufen hat.
Je fester nun alle diese Thatsachen stehen, desto größernDank ist die Menschheit der göttlichen Güte und Allmachtdafür schulhig, daß dieselbe für die umfassendste Verbreitungdes Salzstosses durch das ganze Naturreich so weishcitsvollSorge getragen, und so dessen Aufsindung fast überallverhältnißmäßig leicht gemacht hat.
Indessen ist diese reichliche Vertheilung des Salzstoffesim gesammten Naturhaushalte trotz dem, daß sie unsüberall entgegen tritt, nach so bewundernswerthcn Ver-haltnissen geordnet, und der menschliche Erfindungsgeist hatin mehr als einer Beziehung so eigenthümliche Gelegenheitgefunden, sich an diese höheren Anordnungen mit seinerGewerbsthätigkeit anzuschließen, daß schon aus diesem Grundeeinige historisch-physicalische Bemerkungen über die im Laufeder Zeil üblich gewordenen Gewinnungsarten des Salz-stosses in einer Geschichte der Erfindungen mit allem RechtePlatz ergreifen.
Ganz einfach mag dieß so geschehen, daß wir zuerstdas Steinsalz berühren, dann das Quellsalz, Land-seesalz und Meersalz folgen lassen, und zuletzt nochdes sogenannten Steppensalzes gedenken, bei dieser Er-örterung also die vegetabilischen und animalischen Salze,deren Reproducirung blos auf chemischen Kunstwegen möglich