39
wollen-Papier verfertigten, die Spanier, nahmen sich ganzihre arabischen Vorganger dabei zum Muster; und da diesedie Fabrikation durchführten, ohne künstliche Mühlenwerke,die ihnen noch unbekannt waren, dabei anwenden zu können,so verfuhren die Spanier, und nachher die Franzosen, Eng-lander u. s. w. auf gleiche Art; zumal, da sie, wie wirschon oben bemerkten, lange Zeil hindurch keine gebrauchtenbaumwollenen Lappen, sondern nur rohe Baumwolle hierzuverwandten, welche gekocht, zerstoßen und geschlagen ward,bis sie den gewünschten Papier-Teig gab. Sogar dieItaliäner lernten erst im vierzehnten JahrhunderteStampfmühlen zur Baumwollen-Papier-Fabrikationanwenden; und immer nicht früher, als bis ihnen dieBaumwoUen-Manufacturen schon verarbeiteten baumwollnenStoff genug zum Papiere versprachen.
Es leidet auch keinen Zweifel, daß selbst in Deutsch-land die ersten Leinwand-Papiere noch ohne Mühlen-werk, durch Kloses Kochen, Stampfen und Schlagen derin Faulniß versetzten gebrauchten Leinwand-Lappen herge-stellt worden sind; und daß man die Mühlenwerke nurganz allmahlig zu diesem Zwecke anwenden lernte.
Betrachtet man die jetzt allgemein übliche Papiermahl-Maschine, welche den Namen des Hollanders führt,etwas näher, so erscheint sie eigentlich als eine modificirteHandmühle, was sie ursprünglich gewiß auch war, bisdie Holländer daraus eine Windmühle schufen. Sonder-barer Weise indessen hat man sich in Deutschland undFrankreich lange Zeit hindurch bei der Papier-Fabrikationder, den Jtaliänern nachgemachten Stampf - W a sse r-Mühlen bedient, ehe man durch die Güte das holländi-schen Papiers daraus aufmerksam gemacht ward, daß die