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8 (1898) Deutschland : 2
Entstehung
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Die Göttin Diana. 189

ihren Nymphen. Bei dem Anblick der enthüllten Göttin stürzt derRitter flehend zn ihren Füßen, und er scheint sie zn beschwören, ihnnicht wieder zu verlassen. Auch der Narr stürzt ihr entzückt zu Füßenund beschwört sie, ihn mitzunehmen. Diana gebietet allgemeineStille, tanzt ihren göttlich edelsten Tanz, und gicbt dem Ritter durchGebärden zu erkennen, daß sie nach dem Venusberge fahre, wv ersie später wiederfinden könne. Die Burgfrau läßt endlich in dentollsten Sprüngen ihrem Zorn und ihrer Entrüstung freien Lauf, undwir sehen einUns äs äsvx, wo griechisch heidniichc Götterlust mit dergermanisch spiritnalistischen Haustugend einen Zweikampf tanzt.

Diana, des Streites satt, wirft der ganzen Versammlung verachtende Blicke zu, und nebst ihren Begleitern entfernt sie sich endlichdurch die Mittelpfortc. Der Ritter will ihnen verzweiflungsvollfolgen, wird aber Vvn seiner Gattin, ihren Zofen und seiner übrigenDienerschaft zurückgehalten. Draußen bacchantische Jubelmusik, imSaale aber dreht sich wieder der unterbrochene steife Fackeltanz.

Drittes Tablcan.

Wilde Gebirgsgegend. Rechts: phantastische Baumgrnppen undein Stück Vvn einem See. Links: eine hervorspringend steile Fels-wand, worin ein großes Portal sichtbar. Der Ritter irrt wie einWahnsinniger umher. Er scheint Himmel und Erde, die ganze Naturzu beschwören, ihm seine Geliebte wiederzugeben. Aus dem Seesteigen die Undinen und umtanzen ihn in feierlich lockender Weise.Sie tragen lange weiße Schleier und sind geschmückt mit Perlen undttorallen. Sie wollen den Ritter in ihr Wasserreich hinabziehen, aberaus dem Laub der Bäume springen die Luftgeister, die Sylphen,herab, welche ihn zurückhalten mit heiterer, ja ausgelassener Lust.Die Undinen entweichen und stürzen sich wieder in den See.

Die Sylphen sind in helle Farben gekleidet und tragen grüneKränze auf den Häuptern. Leicht und heiter umtnnzen sie den Ritter.Sic necken ihn, sie trösten ihn und wollen ihn entführen in ihr Luft-reich; da öffnet sich zn seinen Füßen der Boden, und es stürmenhervor die Erdgeister, kleine Gnomen mit langen weißen Barten undkurze Schwerter in den kleinen Händchen. Sie hauen ein auf dieSylphen, welche entfliehen wie erschrockenes Gevögel. Einige derselbenflüchten sich auf die Bäume, wiegen sich auf den Baumzweigen, undche sie ganz in den Lüften verschwinden, verhöhnen sie die Gnomen,welche sich unten wie .wütend gebärden.

Die Gnomen unitanzen den Ritter, und scheinen ihn ermutigenund ihm den boshaften Trotz, der sie selber beseelt, einflößen zuwollen. Sie zeigen ihm, wie man fechten müsse; sie halten Waffen-tanz und spreizen sich wie Weltbesieger da erscheinen plötzlich die