Illl) Deutschland lt.
Feuergeister, die Salamander, »nd schon bei ihrem blassen Anblickkriegen die Gnomen mit seiger Angst wieder in ihre Erde zurück.
Die Salamander sind lange, hagere Männer und Frauen, inenganliegenden feuerroten Kleidern. Sie tragen sämtlich große goldeneKronen auf den Häuptern und Zepter und sonstige Reichskleinodienin den Händen. Sie mntanzcn den Ritter mit glühender Leiden-schaft; sie bieten ihm ebenfalls eine Krone und eilt Zepter an, under wird unwillkürlich mit fortgerissen in die lodernde Flammcnlust;diese hätte ihn verzehrt, wenn nicht plötzlich Waldhvrntöne erklängenund im Hintergrund in den Lüften die wilde Jagd sich zeigte. DerRitter reißt sich los von den Fencrgeistcrn, welche wie Raketen ver-sprühen und verschwinden; der Befreite breitet sehnsüchtig die Armeans gegen die Führerin des wilden Jagdheeres.
Das ist Diana. Sie sitzt auf einem schneeweißen Roß, undwinkt dem Ritter mit lächelndem Gruß. Hinter ihr reiten, ebenfallsans weißen Rossen, die Nymphen der Göttin, sowie auch die Götterschar, die wir schon als Besuchende in dem alten Tempel gesehen,nämlich Apollo mit den Musen und Bacchus nebst seinen Gefährten.Den Nachtrab auf Flügelrossen bilden einige große Dichter des Mittel-alters, sowie auch schöne Frauen der letzten Perioden. Die Berg-koppen umwindend, gelangt der Zug endlich in den Vordergrund undhält seinen Eintritt in die weit sich öffnende Pforte zur linken Seiteder Scenc. Nur Diana steigt von ihrem Roß herab und bleibtzurück bei dem Ritter, dem frcndeberanschtcn. Die beiden Liebendenfeiern in entzückten Tänzen ihr Wiederfinden. Diana zeigt demRitter die Pforte der Felswand und deutet ihm an, daß dieses derberühmte Vennsberg sei, der Sitz aller Üppigkeit und Wollust. Siewill ihn wie im Triumphe dort hineinführen — da tritt ihnen ent-gegen ein alter weißbärtiger Krieger, von Kopf bis zu Fuß ge-harnischt, und er hält den Ritter zurück, warnend vor der Gefahr,welcher seine Seele im heidnischen Venusbcrge ausgesetzt sei. Alsaber der Ritter den gutgemeinten Warnungen kein Gehör schenkt,greift der greise Krieger (welcher der treue Eckart genannt ist) zumSchwerte und fordert jenen zum Zweikampf. Der Ritter nimmt dieHerausforderung an, gebietet der angstbcwegten Göttin, das Gefechtdurch keine Einmischung zu stören; er wird aber gleich nach den erstenAusfällen niedergestochen. Der treue Eckart wackelt täppisch zufriedenvon dannen, wahrscheinlich sich freuend, wenigstens die Seele desRitters gerettet zu haben. Über die Leiche desselben wirft sich ver-zweijlnngsvoll und trostlos die Göttin Diana.
Viertes Tnblenn.
Der Vennsberg: Ein unterirdischer Palast, dessen Architekturund Ausschmückung im Geschmack der Renaissance, nur noch weit