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8 (1898) Deutschland : 2
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Die Götter im Exil.

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wieder seine Muttersprache zu reden, denn er sei ein Grieche; er batauch seine Landslente, ihm einige Nachrichten über die jetzigen Zustände Griechenlands zn erteilen. Daß von den Zinnen der Türmeder griechischen Städte das Kreuz abgebrochen worden, verursachtedem Alten augenscheinlich eine boshafte Freude; doch war es ihmnicht ganz recht, als er hörte, daß an seiner Stelle der Halbmondjetzt aufgepflanzt steht. Sonderbar war es, daß keiner der Schifferdie Namen der Städte kannte, nach welchen der Alte sich erkundigte,und die nach seiner Versicherung zu seiner Zeit blühend gewesen; ingleicher Weise waren ihm die Namen fremd, die den heutigen Städtenund Dörfern Griechenlands von den Seeleuten erteilt wurden. DerGreis schüttelte deshalb oft wehmütig das Haupt, und die Schiffersahen sich verwundert an. Sie merkten, daß er alle ÖrtlichkeitenGriechenlands genau kannte, und in der That, er wußte die Buchten,die Erdzungen, die Vorsprünge der Berge, oft sogar den geringstenHügel und die kleinen Felsengrnppen so bestimmt und anschaulich zubeschreiben, daß seine Unkenntnis der gewöhnlichsten Ortsnamen dieSchiffer in das größte Erstaunen setzte. So befrng er sie mit be-sonderem Interesse, ja mit einer gewissen Ängstlichkeit, nach einemalten Tempel, der, wie er versicherte, zu seiner Zeit der schönste inganz Griechenland gewesen sei. Doch keiner der Zuhörer kannte denNamen, den er mit Zärtlichkeit aussprach, bis endlich, nachdem derAlte die Lage des Tempels wieder ganz genau geschildert hatte, einjunger Matrose nach der Beschreibung den Ort erkannte, wovon dieRede war.

Das Dorf, wo er geboren, sagte der junge Arensch, sei eben anjenem Orte gelegen, und als Knabe habe er auf dem beschriebenenPlatze lange Zeit die Schweine seines Vaters gehütet. Auf jenerStelle, sagte er, fänden sich wirklich die Trümmer uralter Bauwerke,welche von untergegangener Pracht zeugten; nur hierund da ständennoch aufrecht einige große Marmorsäulen, entweder einzeln, oder obenverbunden durch die Quadern eines Giebels, aus dessen Brüchenblühende Ranken von Geißblatt und roten Glockenblumen wie Haar-flechten herabfielen. Andere Säulen, darunter manche von rosigemMarmor, lagen gebrochen auf dem Boden, und das Gras wuchereüber die kostbaren Knäufe, die aus schön gemeißeltem Blätter- undBlumenwerk beständen. Auch große Marmorplattcn, viereckige Wand-oder dreieckige Dachstücke steckten dort halbversnnken in der Erde,überragt von einem ungeheuer großen wilden Feigenbaum, der ausdem Schutte hervorgewachsen. Unter dem Schatten dieses Baumes,fuhr der Bursche fort, habe er oft ganze Stunden zugebracht, um diesonderbaren Figuren zu betrachten, die auf den großen Steinen inrunder Bildhauerarbeit konterfeit waren und allerlei Spiele undKämpfe vorstellten, gar lieblich und lustig anzusehen, aber leider auch