Deutschland II.
„Frau Venus ist eine schöne Frau,
Liebreizend und anmutreiche;
Wie Sonnenschein und BlumenduftIst ihre Stimme, die weiche.
„Wie der Schinetterling flattert um eine Blum',Am zarten Kelch zu nippen,
So flatterte meine Seele stetsUm ihre Rosenlippen.
„Ihr edles Gesicht umriugeln wildDie blühend schwarzen Locken;
Schaun dich die großen Augen an,
Wird dir der Atem stocken.
„Schaun dich die großen Augen an,
So bist du wie angekettet;
Ich habe nur mit großer NotMich aus dem Berg gerettet.
„Ich Hab' mich gerettet aus dem Berg,
Doch stets verfolgen die BlickeDer schönen Frau mich überall,
Sie winken: Komm zurücke!
„Ein armes Gespenst bin ich am Tag,Des Nachts mein Leben erwachet,
Dann träum' ich von meiner schönen Frau,Sie sitzt bei mir und lachet.
„Sie lacht so gesund, so glücklich, so toll,Und mit so weißen Zähnen!
Wenn ich an dieses Lachen denk',
So weine ich plötzliche Thräneu.
„Ich liebe sie mit Allgewalt,
Nichts kann die Liebe hemmen!
Das ist wie ein wilder Wassersall,
Du kannst seine Fluten nicht dämmen!
„Er springt von Klippe zu Klippe herabMit lautem Tosen und Schäumen,
Und brttch' er tausendmal den Hals,
Er wird im Laufe nicht säumen.
„Wenn ich den ganzen Himmel besäß',
Frau Venus schenkt' ich ihn gerne;
Ich gllb' ihr die Sonne, ich gäb' ihr den Blond,Ich gäbe ihr sämtliche Sterne.