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8 (1898) Deutschland : 2
Entstehung
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133
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Der Doktor Faust. 133

den er Manfred nannte, sie gefeiert. In dem Puppenspiele, dasSimrock herausgegeben, heißt das Buch, wodurch Faust verführtwird: Oluvrs ^.starbt eis muAiou.

In dem Stücke, wovon ich reden wollte, bevorwortct Faustseine Beschwörung mit der Klage, er sei so arm, daß er immer zuFuße laufen müsse und nicht einmal von der Kuhmagd geküßt werde;er wolle sich dem Teufel verschreiben, um ein Pferd und eine schönePrinzessin zu bekommen. Der beschworene Teufel erscheint zuerst,in der Gestalt verschiedener Tiere, eines Schweines, eines Ochseneines Affen, doch Faust weist ihn zurück mit dem Bedeuten:Dumußt bösartiger aussehen, um mir Schrecken einzuflößen." DerTeufel erscheint alsdann wie ein Löwe brüllend, ^rmorsim gusincksvorut. Auch jetzt ist er dem kecken Nekromanten nicht furchtbargenug, er muß sich nnt eingekniffenem Schweife in die Coulissenzurückziehen und kehrt wieder als eine riesige Schlange.Du bistnoch nicht entsetzlich und grauenhaft genug," sagte Faust. DerTeufel muß nochmals beschämt von bannen trollen, und jetzt sehenwir ihn hervortreten in der Gestalt eines Menschen von schönsterLeibesbildung und gehüllt in einen roten Mantel. Faust giebt ihmseine Verwunderung darüber zu erkennen, und der Rotmantel ant-wortet:Es ist nichts Entsetzlicheres und Grauenhafteres als derMensch, in ihm grunzt und brüllt und meckert die Natur allerandern Tiere, er ist so unflätig wie ein Schwein, so brutal wie einOchse, so lächerlich wie ein Affe, so zornig wie ein Löwe, so giftigwie eine Schlange, er ist ein Kompositum der ganzen Animalität."

Die sonderbare Übereinstimmung dieser alten Komödianten-Tirade mit einer der Hauptlehren der neueren Naturphilosophie, wiesie besonders Oken entwickelt, frappierte mich nicht wenig. Nachdemder Teufelsbund geschlossen, bringt Astaroth mehrere schöne Weiberin Vorschlag, die er dem Faust anpreist, z. B. die Judith.Ichwill keine Kopfabschneiderin," antwortete jener.Willst du dieKleopatra?" fragt alsdann der Geist.Auch diese nicht," erwidertFaust,sie ist zu verschwenderisch, zu kostspielig und hat sogar denreichen Antonius ruinieren können; sie säuft Perlen."So rekom-mandiere ich dir die schöne Helena von Sparta," spricht lächelnd derGeist, und setzt ironisch hinzu:Mit dieser Person kannst du griechischsprechen." Der gelehrte Doktor ist entzückt über die ProPosition undfordert jetzt, daß der Geist ihm körperliche Schönheit und ein präch-tiges Kleid verleihe, damit er erfolgreich mit dem Ritter Paris wett-eisern könne; außerdem verlangt er ein Pferd, um gleich nach Trojazu reiten. Nach erlangter Zusage geht er ab mit dem Geiste, undbeide kommen alsbald außerhalb der Theaterbude zum Vorschein,und zwar auf hohen Rossen. Sie werfen ihre Mäntel von sich, undFaust sowohl als Astaroth sehen wir jetzt im glänzendsten Flitter-