Elementargcistcr, lyg
O schwarze Schelme und ihr Schivachköpfe aller Farben! vvllendcteuer Werk, erhitzt das Gehirn des Volkes durch den alten Aberglauben,treibt es auf die Bahn des Fanatismus! Ihr selbst werdet eines Tagsseine Opfer sein; ihr werdet nicht dem Lose der ungeschickten Beschwörerentrinnen, die am Ende die Geister, welche sie heraufgerufen, nichtmehr beherrschen konnten und von ihnen in Stücke zerrissen wurden.
Vermag der Geist der Revolution etwa nicht durch die Vernunftdas deutsche Volk aufzurütteln? ist es vielleicht die Aufgabe derThorheit, dies große Werk zu vollenden? Wenn ihm das Bluteinmal siedend zu Kopfe steigt, wenn es sein Herz wieder schlagenfühlt, wird das Volk nicht mehr ans den frommen Singsang bayrischerScheinheiligen noch auf das mystische Geschwätz schwäbischer Fasler hören;fein Ohr wird nur noch die laute Stimme des Mannes vernehmen.
Wer ist der Mann?
Es ist der Mann, den das deutsche Volk erwartet, der Mann,welcher ihm endlich das Leben und das Glück verschaffen wird, dasGlück und das Leben, nach denen es so lange in seinen Träumengeschmachtet. Was zögerst du noch, du, den die Greise mit so brennenderZehnsucht verkündet haben, du, den die Jugend so ungeduldig er-wartet, du, der als Zepter den Zaubcrstab der Freiheit und diekrcuzlose Kaiserkrone trägt?
— Es ist hier indes nicht der Ort zu Beschwörungen, um somehr als ich mich dadurch von meinem Thema entfernen würde. Ichhabe nur vou unschuldigen Sagen zu reden: von dem, was hinterden deutschen Ofen gesagt und gesungen wird. Ich bemerke eben,daß ich nur sehr dürftig von den Geistern gesprochen, die in denBergen Hausen, z, B, daß ich nichts von dem Kyffhäuser gesagt, woder Kaiser Friedrich wohnt. Dieser ist allerdings kein Elementargeist,und nur von solchen habe ich in dieser Abhandlung zu reden. Aberdie Sage ist zu lieblich und entzückend; so oft ich ihrer gedachte,erbebte mein Gemüt von heiliger Sehnsucht und geheimnisvollerHoffnung, Es liegt sicherlich mehr als ein bloßes Märchen in demGlauben, daß Kaiser Friedrich, der alte Barbarossa, nicht tot sei,fondern daß er, als das Priestervolk ihn zu arg belästigte, in einenBerg floh, den man den Kyffhäuser nennt. Man sagt, er bleibedort mit seinem ganzen Hofhalt verborgen, bis er einst wieder inder Welt erscheinen wird, um daS deutsche Volk glücklich zu machen.Dieser Berg liegt- in Thüringen, nicht weit von Nordhansen, Ichbin dort oft vorübergekommcn, und in einer schönen Winternachtblieb ich daselbst länger als eine Stunde und rief wiederholentlich:„Komm, Barbarossa, komm!" und das Herz brannte mir wie Feuerin der Brust, und Thränen rieselten über meine Wangen, Aber erkam nicht, der geliebte Kaiser Friedrich, und ich konnte nur den Felsenumarmen, in welchem er wohnt.