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8 (1898) Deutschland : 2
Entstehung
Seite
110
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11t) Deutschland II,

Ein junger Hirt ans der Umgegend war glücklicher. Er weideteseine Schafe am Kyffhäuser, und begann ans dem Dndelsack zu spielen,und als er einen guten Lohn verdient zu haben glaubte, rief er laut!Kaiser Friedrich, ich habe dir dies Ständchen gebracht!" Man sagt,der Kaiser sei alsdann aus dem Berge gekommen, habe sich demHirten gezeigt und zu ihm gesprochen:Gott grüße dich, jungerKnabe! Wem zu Ehren hast du gespielt?"Dem Kaiser Friedrich."Wenn dem also ist, komm mit mir, er wird dich belohnen."Ich darf mich nicht von ineinen Schafen entfernen."Folge mirnur, es wird deinen Schafen kein Leid widerfahren."

Der Schäfer folgte dem Kaiser, der ihn an der Hand zu einerÖ ffnung im Berg führte. Sie gelangten an eine Eisenthür, die sichöffnete, und man erblickte alsdann einen großen und schönen Saal,woselbst sich viele Herren und wackere Diener befanden, die ihn ehrerbietig empfingen. Danach zeigte sich der Kaiser sehr wohlwollendgegen ihn, und frug ihn, welchen Lohn er begehre. Der Schäferantwortete:Gar keinen." Der Kaiser sagte ihm darauf:Gehhinaus, und nimm als Lohn einen der Füße meiner goldenen Trink-kanne." Der Schäfer that, wie ihm geboten, und wollte sich entfernen:aber der Kaiser zeigte ihm noch viele merkwürdige Waffen, Harnische,Schwerter und Büchsen, und hieß ihn den Leuten sagen, er wollemit diesen Waffen das heilige Grab erobern.

Der Schäfer hat ihn ohne Zweifel falsch verstanden. Barbarossahat ganz andere Eroberungen als die des heiligen Grabes im Sinuc,Oder vielleicht auch hat der Schäfer, aus Furcht, als Demagog ein-gesperrt zu werden, die Wahrheit ein wenig entstellt. Nicht ein Grab,das kalte Bett eines Toten, will der alte Barbarossa erobern, sonderneinen herrlichen Wohnort für die Lebenden, ein warmeS Reichdes Lichts und der Freude, wo er fröhlich herrschen kann, in derHand den Zauberstab der Freiheit und die kreuzlose Kaiserkrone ausdem Haupte.

Was den erwähnten Schäfer belangt, so meldet das Ende derErzählung, daß er gesund und munter aus dem Berge hervorkam,und am folgenden Mvrgen den Fuß der Trinkkanne, der ihm ge-schenkt worden, zu einem Goldschmiede trug. Der Goldschmied erkanntedenselben für gediegenes Gold, und bezahlte ihm das kaiserlicheGeschenk mit dreihundert Dukaten.

Man erzählt auch von einem Bauern aus dem Dorfe Reblingen,da ß er den Kaiser im Kyffhäuser sah und ein artiges Geschenk vonihm erhielt. Ich weiß nur, wenn mich mein Stern in diesen Bergführt, so werde ich von Barbarossa weder Goldkannen noch ähnlicheKleinodien begehren, sondern wenn er mir etwas schenken will, werdeich sein Buch Ds tridus impostoribus von ihm fordern. Ich habedies Buch vergeblich in den Bibliotheken gesucht, und ich denke mir,