Element argeistcr. 107
mit einiger Bestürzung, „Ich bin der Teufel/' erwiderte jeuer.„Erinnerst du dich nicht jenes Salates? Der Salat das war ich!"
Blanche behaupten, der Teufel sehe immer wie ein Tier aus,und es sei nur eitel Täuschung, wenn wir ihn in einer andern Gestalterblicken. Etwas Cynischcs hat der Teufel freilich, und diesen Charakter-zug hat niemand besser beleuchtet wie unser Dichter Wolfgang Goethe.Ein anderer deutscher Schriftsteller, der in seinen Mängeln ebensogroßartig ist wie in seinen Vorzügen, jedenfalls aber zu den Dichternersten Ranges gezählt werden muß, Herr Grabbe, hat den Teufel injener Beziehung ebenfalls vortrefflich gezeichnet. Auch die Kälte inder Natur des Teufels hat er ganz richtig begriffen. In einemDrama dieses genialen Schriftstellers erscheint der Teufel auf Erden,weil seine Mutter in der Holle schruppt; letzteres ist eine bei unsgebräuchliche Art, die Zimmer zu reinigen, wobei das Estrich mitheißem Wasser Übergossen und mit einem groben Tuche geriebenwird, so daß ein quiekender Mißton und lauwarmer Dampf entsteht,der es einem vernünftigen Wesen unmöglich macht, unterdessen zuHause zu bleiben; der Teufel muß deshalb aus der wohlgeheiztenHölle sich in die kalte Oberwelt hinaufflüchten, und hier, obgleich esein heißer Juliustag ist, empfindet der arme Teufel dennoch einenso großen Frost, daß er fast erfriert, und nur mit ärztlicher Hilfeaus dieser Erstarrung gerettet wird.
Wir sahen eben, daß der Teufel eine Mutter hat; viele behaupten,er habe eigentlich nur eine Großmutter. Auch diese kommt zuweilenzur Oberwelt, und auf sie bezieht sich vielleicht das Sprichwort: Woder Teufel selbst nichts ausrichten kann, da schickt er ein altes Weib.Gewöhnlich aber ist sie in der Hölle mit der Küche beschäftigt, odersitzt in ihrem roten Lehnsessel, und wenn der Teufel des Abends,müde von den Tagesgeschäften, nach Hause kommt, frißt er inschlingender Hast, was ihm die Mutter gekocht hat, und dann legter seinen Kopf in ihren Schoß, und läßt sich von ihr lausen, undschläft ein. Die Alte Pflegt ihm auch wohl dabei ein Lied vorzu-schnurren, welches mit folgenden Worten beginnt:
Im Thuine, im Thuine,
Da steht eine Rosenblume,
Rose wie Blut.
Manche versichern, wenn das arme Kind nicht einschlafen kann,greift die gute Alte gewöhnlich zu dem Nüttel, ihm die Berliner„evangelische Kirchcnzeitung" vorzulesen.
Der Haushalt des Teufels in der Hölle, Ivoselbst er als Jung-gesell mit seiner Mutter lebt, bildet das vollständigste Gegenstück zudem Haushalt Christi im Himmel. Dieser lebt droben gleichfalls alsJuuggesell mit seiner heiligen Mutter; die Himmelskönigin und die