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8 (1898) Deutschland : 2
Entstehung
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101
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Elemcntargeister. 101

Ich gebe noch den Ansang einer andern skandinavischen Sage,die Wölundurs-Saga genannt, weil daraus ein recht deutlicher Beweisder Verwandtschaft oder gar der Identität der Walküren mit dendrei Spinnerinnen und den Schwanenjnngfrauen hervorzugehenscheint, von denen ich vorhin gesprochen. Es heißt dort:

Nidhudur war der Name eines Königs in Swithiod (Schweden);er war der Vater zweier Söhne und einer Tochter, Namens Bandwildur. Und er hatte in Finnland drei Brüder, Söhne des Königs indiesem Lande, von denen der älteste Slagfidr, der zweite Egil undder dritte Wölundur hieß; sie zogen aus, ihre Herden zu weiden, undsie kamen nach Ulfdalir (das Wolfsthal), Ivo sie sich Hütten bauten.Dort war ein See, Namens Ulffjar (der Wvlfssee), und am Uferdieses Wassers fanden die Königssöhne eines Morgens zu sehr srüherStunde drei Frauen sitzen, welche Flachs spannen und ihre Schwanengewänder neben sich auf die Erde gelegt hatten. Es waren Walküren,und zwei von ihnen waren Töchter des Königs Landwer; sie hießen,die eine Hladgur Swanhvit (Schwanenweiß) und die andere HervoerAlwitr (die Allwissende); aber die dritte war Aulrun, die TochterKjars von Walland. Die drei Brüder führten sie heim, und Egilnahm Aulrnn, Slagfidr Swanhvit und Wölundur Alwitr zur Gc-mahlin. Sie blieben sieben Winter beisammen, aber im achten Jahreentflogen die Frauen, um bei Kämpfen zugegen zu sein, und siekamen nimmer zurück. Egil zog fort, um Aulrnn zu suchen, undSlagfidr suchte seine Swanhvit, aber Wölundur blieb in Ulfdalir.Er war, nach dem Bericht alter Sagen, der geschickteste Mann inseiner Kunst. Er faßte kostbare Perlen in edles Gold, und er reihteall seine Ringe auf ein Bastseil. So erwartete er die Rückkehr seinerhehren Gemahlin. Als Nidhudur, der König von Swithiod, erfuhr,daß Wölundur allein in Ulfdalir sei, zog er nächtlicherweile ansmit seinen Mannen; ihre Rüstungen waren fest gefiigt, und ihreSchilde glänzten im Mondenschein. Bei der Wohnung Wölnndursangelangt, übersielen sie den Königssohn und knebelten ihn währendseines Schlafes, und Nidhudur führte ihn mit sich fort u. s. w.

Ich habe in diesen Blattern immer nur flüchtig ein Themaberührt, welches zu den interessantesten Betrachtungen einen bändc-reichen Stoff bieten könnte, nämlich die Art und Weise, wie dasChristentum die altgcrmanische Religion zu vertilgen oder in sichaufzunehmen suchte, und wie sich die Spuren derselben im Volks-glanben erhalten haben. Wie jener Vcrtilgnngskrieg geführt wurde,ist bekannt. Da, wo die christlichen Priester nicht durch geschickteMirakel die Priester des Heidentums zu verdrängen vermochten, kamihnen das Schwert der weltlichen Gewalt willfährig zu Hilfe. Diemeisten Bekehrungen wurden durch christliche Prinzessinnen vollbracht,welche den heidnischen Anführer heirateten, und es giebt Jahr-