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8 (1898) Deutschland : 2
Entstehung
Seite
79
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Elemniwrgeisler,

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Stig, der Königsmörder, hatte zwei schöne Töchter, wovon die jüngstein des Wassermanns Gewalt geriet, sogar während sie in der Kirchewar. Der Nix erschien als ein stattlicher Ritter; seine Mntter hatteihm ein Rast von klarem Wasser nnd Sattel und Zanm von demWeißesten Sande gemacht, und die arglose Schöne reichte ihm freudigihre Hand. Wird sie ihm da unten im Meere die versprochene Treuehalten? Ich weiß nicht; aber ich kenne eine Sage von einem andernWassermann, der sich ebenfalls eine Frau vom festen Lande geholthat nnd aufs listigste von ihr betrogen ward. Es ist die Sage vonRvßmer, dem Wassermann, der, ohne es zu wissen, seine eigene Frauin einer Kiste ans den Rücken nahm und sie ihrer Mutter zurückbrachte. Er vergoß darüber nachher die bitterlichsten Thronen.

Die Nixen haben ebenfalls oft dafür zu büßen, daß sie an demUmgang der Menschen Gefallen fanden. Auch hierüber weiß ich eineGeschichte, die von deutschen Dichtern vielfach besungen worden. Aberam rührendsten klingt sie in folgenden schlichten Worten, wie sie dieGebrüder Grimm in ihren Sagen mitteilen:

„Zu Epfenbach bei Sinzheim traten seit der Leute Gedenkenjeden Abend drei wunderschöne weißgekleidete Jungfrauen in dieSpinnstnbcn des Dorfes. Sie brachten immer neue Lieder und

„Lieb Mutter, gebt ciueu Nut mir gleich,

Wie bring ich die Tochter Marsk Stigs in mein Reich /

Mich diiukt, gar schlimm ist das Reiten.

Sie schuf ihm ein Roß von Wasser klar.

Der Zanm und Sattel von Sande war.

Mich diinkt, gar schlimm ist das Reiten.

Sie macht' ihn zu einem Ritter fein.Zum Maricukirchhof dann ritt er ein.

Mich diinkt, gar schlimm ist das Reiten.

Er band sein Roß an den Kirchfirst an,

Und dreimal nmschritt er die Kirche dann.

Mich diinkt, gar schlimm ist das Reiten.Der Mcermann trat in die Kirche stumm,Die Hcil'gcnbilder da wandten sich um.

Mich diinkt, gar schlimm ist das Reiten.

Der Priester sprach vor dem Altarschrein:

„Welch stattlicher Ritter mag das sein?"

Mich diinkt, gar schlimm ist das Reiten.

Die Tochter Marsk Stigs unterm Schleier sprach:„Daß der Himmel den Ritter mir geben mag!"

Mich diinkt, gar schlimm ist das Reiten.

Er schritt eine Bank nnd zwo vorbei:

„O Tochter Marsk «tigs, gelobe mir Treu!"

Mich diinkt. gar schlimm ist das Reiten.

Er schritt über vier nnd siinf hinaus:

,.O folge mir, Tochter Marsk Stigs. in mein HauSl"Mich dünkt, gar schlimm ist Pas Reiten.