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8 (1898) Deutschland : 2
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78
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78 Deutschland II.

Flüssen; man sah sie auch wohl auf dem Wasser tanzen, den Vor-abend wenn jemand dort ertrank. Auch kommen sie oft zu den Tanz-plätzen der Menschen, und tanzen mit ihnen ganz wie unsereins.Die° weiblichen Nixen erkennt man an dem Zaum ihrer weißen Kleider,der immer feucht ist. Auch wohl an dem feinen Gespinste ihrerSchleier und an der vornehmen Zierlichkeit ihres geheimnisvollenWesens. Den männlichen Nix erkennt man daran, daß er grüneZähne hat, die fast wie Fischgräten gebildet sind. Auch empfindetman einen inneren Schauer, wenn man seine außerordentlich weiche,eiskalte Hand berührt. Gewöhnlich trägt er einen grünen Hut. Wehedem Mädchen, das, ohne ihn zu kennen, gar zu sorglos mit ihm tanzt.Er zieht sie hinab in sein feuchtes Reich. Mau erzählt sich diefolgende Geschichte:

Zu Laibnch wohnte in dem Flusse, welcher denselben Namenführt, ein Wassergeist, den man Nix oder Wassermann nannte. Erhatte sich nachts den Fischern und Schifferkncchten und tags andernLeuten gezeigt, so daß jeder erzählen konnte, wie er aus dem Wassergestiegen sei, und sich in menschlicher Gestalt habe blicken lassen. ImJahre 1547, am ersten Sonntag im Juli, versammelte sich die ganzeBevölkerung der Gegend nach alten: Gebrauche auf dem Marktplätzezu Laibach neben der Quelle, welche lustig von einer Linde beschattetwar. Sie nahmen bei den Klängen der Musik freundnachbarlich ihrMahl ein; dann begannen sie zu tanzen. Nach Verlauf einiger Zeltkam ein junger wohlgebauter und wohlgekleideter Mann, und schienan dem Tanze teilnehmen zu wollen. Er grüßte höflich die ganzeVersammlung und bot jedem freundlich seine Hand, die sehr weichund eiskalt war und bei der Berührung einen eigentümlichen Schauererregte. Dann forderte er ein schönes und reichgeschmücktes jungesMädchen zum Tanz auf, ein frisches, keckeS Ding und von leichtfertigenSitten, mit Namen Ursula Schöfferin; sie wußte sich trefflich in seineArt zu finden, und halb und halb auf seine belustigenden Späßeeinzugehen. Ais sie so einige Zeit leidenschaftlich getanzt hatten,wirbelten sie von dem Platze fort, den gewöhnlich der Tänzerkreisumschloß, und immer weiter, erst von der Linde bis Sittichenhof,dann noch weiter bis zur Laibach, wo er vor den Augen vielerSchisferknechte mit ihr hinabsprang, und beide verschwanden.

Die Linde stand noch bis zum Jahre 1K38, wo man sie ihresAlters wegen umhieb.

Dieselbe Sage existiert in vielerlei Variationen. Die schönsteist die dänische in dem Liedercyklus, welcher den Untergang des Königs-mörders Marsk Stig und seines ganzen Hauses besingt. *) Marsk

*) In den französischen Ausgaben werden, statt des obigen Absatzes, siebzehnStrophen aus einein dieser Lieder mitgeteilt. Es heißt dort: Der Nix sprichtzu seiner Mutter: