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8 (1898) Deutschland : 2
Entstehung
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Elementargeister. 71

daß einer der Landesbewohner zugegen wäre. Dies geschah. Docheinige Neugierige hatten sich unter die Brücke versteckt, um den Zugder Zwerge wenigstens zu hären. Und so hörten sie denn vieleStunden lang das Getrappel der kleinen Menschen; es war ihnen,als ob eine sehr große Herde Schafe über die Brücke ging."

Nach einer Variante sollte jeder abziehende Zwerg nur eineinziges Geldstück in das Faß werfen, welches man vor der Brückehingestellt; und den andern Morgen fand man das Faß ganz gefülltmit alten Goldmünzen. Auch soll vorher der Zwergenkönig selberin seinem roten Mäntelchen zu den Landeseinwohnern gekommen sein,um sie zu bitten, ihn und sein Volk nicht fortzujagen. Flehentlicherhob er seine Armchcn gen Himmel und weinte die rührendstenThränen, wie einst Don Isaak Abarbancl vor Ferdinand vonAragonien.

Von den Zwergen, den Erdgeistern, sind genau zu unterscheidendie Elfen, die Lnftgeister, die auch in Frankreich mehr bekannt sindund die besonders in englischen Gedichten so anmutig gefeiert werden.Wenn die Elfen nicht ihrer Natur nach unsterblich wären, so würdensie es schon allein durch Shakespeare geworden sein. Sie leben ewigim Sommernachtstraum der Poesie. Ebensowenig wird man je dieElfenkönigin Spencers vergessen, mindestens solange man Englischverstehen wird.

Der Glaube an Elfen ist nach meinem Bedüuken viel mehrkeltischen als skandinavischen Ursprungs. Daher mehr Elfcnsagen imwestlichen Norden, als im östlichen. In Deutschland weiß man wenigvon Elfen, und alles ist da nur matter Nachklang von bretouischenSagen, wie z. B. Wielands Operon. Was das Volk in DeutschlandElfen oder Elben nennt, sind die unheimlichen Geburten der Hexen,die mit dem Bösen gebuhlt. Die eigentlichen Elfensagen sind heimischin Irland und Nordfrankreich; indem sie von hier hinabklingen biszur Provence, vermischen sie sich mit dein Feenglauben des Morgen-landes. Ans solcher Vermischung erblühen nun die vortrefflichenLais vom Grafen Lanval, dem die schöne Fee ihre Gunst schenkt,unter dem Beding, daß er sein Glück verschweige. Als aber KönigArtus bei einem Festgelage zu Karduel seine Königin Ginevra fürdie schönste Frau der Welt erklärte, da konnte Graf Lanval nichtlänger schweigen; er sprach, und sein Glück war wenigstens ans Erdenzu Ende. Nicht viel besser ergeht es dem Ritter Grücland; auch erkann sein Liebesglück nicht verschweigen, die geliebte Fee verschwindet,und ans seinem Roß Gedefer reitet er lange vergebens, um sie zusuchen. Aber in dem Feenland Avalun finden die unglücklichen Ritterihre Geliebten wieder. Hier können Graf Lanval und Herr Grüelandso viel schwatzen, als nur ihr Herz gelüstet. Hier kann auch Ogierder Däne von seinen Hcldeufahrtcn auSrnhen in den Armen seinerMorganc. Ihr Franzosen kennt sie alle, diese Geschichten. Ihr kennt