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8 (1898) Deutschland : 2
Entstehung
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65
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ElemeMargeister. 65

In der deutschen Urschrift ist er schwer zu lesen; abstruser Stil, aberhier und da treten die großen Gedanken hervor mit großem Wort.Er ist ein Naturphilosoph in der heutigsten Bedeutung des Ausdrucks.Man muß seine Terminologie nicht immer in ihrem traditionellenSinne verstehen. In seiner Lehre von den Elementargeistern ge-braucht er die Namen Nymphen, Undinen, Silvanen, Salamander,aber nur deshalb, weil diese Namen dem Publikum schon geläufigsind, nicht weil sie ganz dasjenige bezeichnen, wovon er reden will.Anstatt neue Worte willkürlich zu schaffen, hat er es vorgezogen, fürseine Ideen alte Ausdrücke zu suchen, die bisher etwas Ähnlichesbezeichneten. Daher ist er vielfach mißverstanden tvvrden, und manchehaben ihn der Spötterei, manche sogar des Unglaubens bezichtigt.Die einen meinten, er beabsichtige ein Kindermärchen aus Scherz inein System zu bringen, die andern tadelten, daß er, abweichend vonder christlichen Ansicht, jene Elementargeister nicht für lauter Teufelerklären wollte. Wir haben keine Gründe, anzunehmen, sagt erirgendwo, daß diese Wesen dem Teufel gehören; und was der Teufelselbst ist, das wissen wir auch noch nicht. Er behauptet, die Elementar-geister wären, ebensogut wie wir, wirkliche Geschöpfe Gottes, die abernicht wie nnscrcSgleichen aus Adams Geschlechtc seien, und denenGott zum Wohnsitz die vier Elemente angewiesen habe. Ihre Leibes-organisation sei diesen Elementen gemäß. Nach den vier Elementenordnet nun Paracelsus die verschiedenen Geister, und hier giebt eruns ein bestimmtes System.

Den Volksglauben selbst in ein System bringen, wie manchebeabsichtigen, ist aber ebenso unthunlich, als wollte man die vorüber-ziehenden Wolken in Rahmen fassen. Höchstens kann man unterbestimmten Rubriken das Ähnliche zusammentragen. Dieses wollenwir auch in betreff der Elementargeister versuchen.

Von den Kobolden haben wir bereits gesprochen.*) Sie sindGespenster, ein Gemisch von verstorbenen Menschen und Teufeln;man muß sie von den eigentlichen Erdgeistern genau unterscheiden.Diese wohnen meistens in den Bergen und man nennt sie Wichtel-männer, Gnomen, Metallarii, kleines Volk, Zwerge. Die Sage vondiesen Zwergen ist analog mit der Sage von den Riesen, und siedeutet auf die Anwesenheit zweier verschiedener Stämme, die einstmehr oder minder friedlich das Land bewohnt, aber seitdem ver-^ zollen sind. Die Riesen sind auf immer verschwunden aus Deutsch-land. Die Zwerge aber trifft man mitunter noch in den Bergschachten,wo sie, gekleidet wie kleine Bergleute, die kostbaren Metalle undEdelsteine ausgraben. Von jeher haben die Zwerge immer vollauf

Im ersten Buch derGeschichte der Religion und Philosophie in Deutschland".

Der Herausgeber.Heine's Werle. VIII. Bd. S