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8 (1898) Deutschland : 2
Entstehung
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84 Deutschland II.

Datum an, sie bezeichneten mit Namen die Kirche, wo ich die Ketzereides Protestantismus abgeschworen und den alleinseligmachenden römisch-katholisch-apostolischen Glauben angenommen haben sollte; es fehltenur die Angabe, wieviel Glockengeläute und Schellengeklingel derMehner bei dieser Feierlichkeit spendierte.

Wie sehr solches Gerücht Konsistenz gewonnen, ersehe ich ausBlä ttern und Briefen, die mir zukommet:, und ich gerate fast in einewehmütige Verlegenheit, wenn ich die wahrhafte LicbeSfreude sehe, diesich in manchen Zuschriften so rührend ausspricht. Reisende erzählenmir, daß meine Seelenrettung sogar der Kanzelberedsamkeit Stoffgeliefert. Junge katholische Geistliche wollen ihre homiletischen Erst-lingsschriften meinem Patronate anvertrauen. Man sieht in mir einkünftiges Kirchenlicht. Ich kann nicht darüber lachen, dem: der frommeWahn ist so ehrlich gemeint — und was man auch den Zeloten desKatholizismus nachsagen mag, eins ist gewiß: sie sind keine Egoisten,sie bekümmern sich um ihre Nebenmcnschen; leider oft ein bißchenzu viel. Jene falschen Gerüchte kann ich nicht der Böswilligkeit, sondernnur den: Irrtum zuschreiben; die unschuldigsten Thatsachen hat hiergewiß nur der Zufall entstellt. Es hat nämlich ganz seine Richtigkeitmit jener Angabe von Zeit und Ort, ich war in der That an demgenannten Tage in der genannten Kirche, die sogar einst eine Jesniten-kirche gewesen, nämlich in Saint Sulpice, und ich habe mich dorteinem religiösen Akte unterzogen — Aber dieser Akt war keine ge-hässige Abjurativn, sondern eine sehr unschuldige Konjugation; ichließ nämlich dort meine Ehe mit meiner Gattin nach der Civiltrauungmich kirchlich einsegnen, weil meine Gattin, von erzkatholischer Familie,ohne solche Ceremonie sich nicht gottgefällig genug verheiratet ge-glaubt hätte. Und ich wollte um keinen Preis bei diesem teurenWesen in den Anschauungen der angeborenen Religion eine Beunruhi-gung oder Störnis verursachen.

Es ist übrigens sehr gut, wenn die Frauen einer positivenRe ligion anhängen. Ob bei den Frauen evangelischer Religion mehrTreue zu finden, lasse ich dahingestellt sein. Jedenfalls ist der Katholi-zismus der Frauen für den Gemahl sehr heilsam. Wenn sie einenFehler begangen haben, behalten sie nicht lange den Kummer darüberim Herzen, und sobald sie vom Priester Absolution erhielten, sindsie wieder trällernd aufgeheitert und verderben sie ihrem Manne nickstdie gute Laune oder Suppe durch kopfhängerisches Nachgrübeln übereine Sünde, die sie sich verpflichtet halten, bis an ihr Lebensendedurch grämliche Prüderie und zänkische Übertngcnd abzubüßen. Auchnoch in anderer Beziehung ist die Beichte hier so nützlich: die Sünderinbehält ihr furchtbares Geheimnis nicht lange lastend im Kopfe, undda doch die Weiber am Ende alles ausplaudern müssen, ist es besser,sie gestehen gewisse Dinge nur ihrem Beichtiger, als daß sie in die