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8 (1898) Deutschland : 2
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80 Deutschland H,

man als blödsinnige Dunkelmänner darstellte, waren keineswegs soganz dnmme Tröpfe, sondern sie waren scrnsichtige Jnguisitoren,ivelche das Unheil, daS die Bekanntschaft mit der heiligen Schrift fürdie Kirche herbeiführen würde, wohl voraussahen; daher ihr Verfolgungseifer gegen alle hebräischen Schriften, die sie ohne Ausnahmezu verbrennen rieten, während sie die Dolmetscher dieser heiligenSchriften, die Juden, durch den verhetzten Pöbel auszurotten suchten.Jetzt, wo die Motive jener Borgäuge aufgedeckt liegen, sieht man,wie jeder im Grunde recht hatte. Die Kölner Dunkelmänner glaubtendas Seeleuheil der Welt bedroht, und alle Mittel, sowohl Lüge alsMord, dünkten ihnen erlaubt, zumal in betreff der Juden, Das armeniedere Volk, die Kinder des Erb-Elends, haßte die Juden schon wegenihrer aufgehäuften Schätze, und was heutzutage der Haß der Proletariergegen die Reichen überhaupt genannt wird, hieß ehemals Haß gegendie Juden, In der That, da diese letzteren, ausgeschlossen von jedemGrundbesitz und jedem Erwerb durch Handwerk, nur auf den Handelund die Geldgeschäfte angewiesen waren, welche die Kirche für Rechtgläubige verpönte, so waren sie, die Juden, gesetzlich dazu verdammt,reich, gehaßt und ermordet zu werden. Solche Ermordungen freilichtrugen in jenen Zeiten noch einen religiösen Deckmantel, und eShieß, man müsse diejenigen töten, die einst unseren Herrgott getötet.Sonderbar! eben das Volk, das der Welt einen Gott gegeben unddessen ganzes Leben nur Gottesandacht atmete, ward als Deicide verschrieen! Die blutige Parodie eines solchen Wahnsinns sahen wirbeim Ausbruch der Revolution von Sankt Domingo, wo ein NegerHaufen, der die Pflanzungen mit Mord und Brand heimsuchte, einenschwarzen Fanatiker an seiner Spitze hatte, der ein ungeheures Kruziffttrug und blutdürstig schrie: „Die Weißen haben Christum getötet,laßt uns alle Weißen totschlagen!"

Ja, den Juden, denen die Welt ihren Gott verdankt, verdanktsie auch dessen Wort, die Bibel; sie haben sie gerettet ans dem Bankrottdes römischen Reichs, und in der tollen Ranfzcit der Völkerwanderungbewahrten sie das teure Buch, bis es der Protestantismus bei ihnenaufsuchte und das gefundene Buch in die Landessprachen übersetzteund in alle Welt verbreitete. Diese Verbreitung hat die segens-reichsten Früchte hervorgebracht, und dauert noch bis ans heutigenTag, wo die Propaganda der Bibelgesellschaft eine providenticllcSendung erfüllt, die bedeutsamer ist und jedenfalls ganz andereFolgen haben wird, als die frommen Gentlemen dieser britischenChristentums-Speditions-Socictttt selber ahnen. Sie glauben einekleine enge Dogmatil zur Herrschaft zu bringen und, wie das Meer,auch den Himmel zu monopolisieren, denselben zur britischen Kirchen-domäne zu machen — und siehe! sie fördern, ohne es zu wissen, denUntergang aller protestantischen Sekten, die alle in der Bibel ihr