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8 (1898) Deutschland : 2
Entstehung
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44 Deutschland II.

viel ich will, und ohne mich zu genieren, und ich kann ganz meinHerz ausschütten vor dem Allerhöchsten und ihm manches vertrauen,was wir sogar unserer eigenen Frau zu verschweigen pflegen.*)

Nach obigen Geständnissen wird der geneigte Leser leichtlich be-greifen, warum mir meine Arbeit über die Hegelsche Philosophienicht mehr bchagte. Ich sah gründlich ein, daß der Druck derselbenweder dem Publikum noch dem Autor heilsam sein konnte, ich sahein, daß die magersten Spittelsnppen der christlichen Barmherzigkeitfür die verschmachtende Menschheit noch immer erquicklicher sein dürften,als das gekochte graue Spinnweb der Hcgelscheu Dialektik; — ja,ich will alles 'gestehen, ich bekam auf einmal eine große Furcht vorden ewigen Flammen — es ist freilich ein Aberglaube, aber ich hatteFurcht — und an einem stillen Winterabend, als eben in meinemKamin ein starkes Feuer brannte, benutzte ich die schone Gelegenheit,und ich warf mein Mannskript über die Hegelsche Philosophie in dielodernde Glut, wie einst mein Freund Kitzler bei ähnlichem Aulassegethan; die brennenden Blätter flogen hinauf in den Schlot miteinem sonderbaren kichernden Geknister.

Gvttlob, ich war sie los! Ach, könnte ich doch alles, was icheinst über deutsche Philosophie drucken ließ, in derselben Weise ver-nichten! Aber das ist unmöglich, und da ich nicht einmal den Wieder-abdruck bereits vergriffener Bücher verhindern kann, wie ich jüngstbetrnbsamlichst erfahren, so bleibt mir nichts übrig, als öffentlich zugestehen, daß meine Darstellung der deutschen philosophischen Systeme,also fürnehmlich die ersten drei Abteilungen meines Buches ,vgl'tl.llsnmg'ns", die sündhaftesten Irrtümer enthalten. Ich hatte diegenannten drei Partien in einer deutschen Version als ein besonderesBuch drucken lassen, und da die letzte Ausgabe desselben vergriffenwar, und mein Buchhändler das Recht besaß, eine neue Ausgabe zuveröffentlichen, so versah ich das Buch mit einer Vorrede, worausich eine Stelle hier mitteile, die mich des traurigen Geschäftes über-hebt, in Bezug auf die erwähnten drei Partien des „tlllsumSns"mich besonders auszusprechen. Sie lautet wie folgt: „Ehrlich ge-standen, es wäre mir lieb, wenn ich das Buch ganz uugedruckt lassenkönnte. Es haben sich nämlich seit dem Erscheinen desselben meineAnsichten über manche Dinge, besonders über göttliche Dinge, bedenklichgeändert, und manches) was ich behauptete, widerspricht jetzt meinerbesseren Überzeugung. Aber der Pfeil gehört nicht mehr dem Schützen,

*) In der französischen Ausgabe folgen hier noch die nachstehenden Sätze:„Wie thöricht und grausam sind also jene atheistischen Philosophen, jene kaltenund gesunden Dialektiker, welche sich's angelegen sein lassen, den leidenden Menschenihren himmlischen Trost, ihr einziges Beruhigungsmittel zu rauben. Man batgesagt, die Menschheit sei krank, die Welt sei ein großes Hospital. Es wäre nochschrecklicher, wenn man sagen müßte, die Welt sei ein großes Hotel Dieu ohne Gott(un grauck Hotol-Diou saus > Der Herausgeber.