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Geständnisse,
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Ersten, das Unterste kam zu oberst, sowohl die Dinge wie die Ge-danken waren umgestürzt, es war wirklich die verkehrte Welt, —Wäre ich in dieser unsinnigen, auf den Kopf gestellten Zeit ein ver-nünftiger Mensch gewesen, so Hütte ich gewiß durch jene Ereignissemeinen Verstand verloren, aber verrückt, wie ich damals war, mußtedas Gegenteil geschehen, und sonderbar! just in den Tagen desallgemeinen Wahnsinns kam ich selber wieder zur Vernunft! Gleichvielen andern heruntergekommenen Göttern jeuer Umstnrzperivde,mußte auch ich kümmerlich abdanken und in den menschlichen Privat-stand wieder zurücktreten. Das war auch das gescheiteste, das ich thnukonnte. Ich kehrte zurück in die niedere Hürde der Gottesgeschöpfe,und ich huldigte wieder der Allmacht eines höchsten Wesens, das den Ge-schicken dieser Welt vorsteht, und daS auch hinfüro meine eigenen irdischenAngelegenheiten leiten sollte. Letztere waren während der Zeit, wo ichmeine eigene Vorsehung war, in bedenkliche Verwirrung geraten, undich war froh, sie gleichsam einem himmlischen Intendanten zu über-tragen, der sie mit seiner Allwissenheit wirklich viel besser besorgt. DieExistenz eines Gottes war seitdem für mich nicht bloß ein Quell desHeils, sondern sie übgrhob mich auch aller jener guälerischen Ncch-nungsgeschttfte, die mir so verhaßt, und ich verdanke ihr die größtenErsparnisse, Wie sür mich, brauche ich jetzt auch nicht mehr für anderezu sorgen, und seit ich zu den Frommen gehöre, gebe ich fast garnichts mehr aus für Unterstützung von Hilfsbedürftigen; — ich binzu bescheiden, als daß ich der göttlichen Fürsehung, wie ehemals, iuSHandwerk pfuschen sollte, ich bin kein Gemeindeversorgcr mehr, keinNachaffer Gottes, und meinen ehemaligen Klienten habe ich mitfrommer Demut angezeigt, daß ich nur ein armseliges Menschen-geschöpf bin, eine seufzende Kreatur, die mit der Weltregiernng nichtsmehr zu schaffen hat, und daß sie sich hinfüro in Not und Trübsalan den Herrgott tuenden müßten, der im Himmel wohnt, und dessenBudget ebenso unermeßlich wie seine Güte ist, während ich armerExgott sogar in meinen göttlichsten Tagen, um meinen Wohlthätigkeits-gelüsten zu genügen, sehr oft den Teufel an dem Schwanz ziehen mußte.
llüror Is ckindls pur In igusus ist in der That einer der glück-lichsten Ausdrücke der französischen Sprache, aber die Sache selbstwar höchst demütigend für einen Gott, Ja, ich bin froh, meinerangemaßten Glorie entledigt zu sein, und kein Philosoph wird mirjemals wieder einreden, daß ich ein Gott sei! Ich bin nur einarmer Mensch, der obendrein nicht mehr ganz gesund und sogar sehrkrank ist. In diesem Zustand ist es eine wahre Wohlthat sür mich,daß es jemand im Himmel giebt, dem ich beständig die Litanei meinerveiden vorwimmern kann, besonders nach Mitternacht, wenn Mathildesich zur Ruhe begeben, die sie oft sehr nötig hat. Gottlob! in solchenStunden bin ich nicht allein, und ich kann beten und flennen, so-