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8 (1898) Deutschland : 2
Entstehung
Seite
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Geständnisse.

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Das ist es. Der schwarze Negcrkönig will weiß gemalt sein.Aber lacht nicht über den armen Afrikaner jeder Mensch ist einsolcher Negerkönig, und jeder von uns möchte dem Publikum in einerandern Farbe erscheinen, als die ist, womit uns die Fatalität ange-strichen hat. Gottlob! daß ich dieses begreife, und ich werde michdaher hüten, hier in diesem Bliche mich selbst abzukonterfeien. Dochder Lakune, welche dieses mangelnde Porträt verursacht, werde ich inden folgenden Blättern einigermaßen abzuhelfen suchen, indem ich hiergenugsam Gelegenheit finde, meine Persönlichkeit so bedenklich alsmöglich hervortreten zu lassen. Ich habe mir nämlich die Aufgabegestellt, hier nachträglich die Entstehung dieses Buches und die philo-sophischen und religiösen Variationen, die seit seiner Abfassung imGeiste des Autors vorgefallen, zu beschreiben, zu Nutz und Frommendes Lesers dieser neuen Ausgabe meines Buches 1'ÄlIsinaAns".

Seid ohne Sorge, ich werde mich nicht zu weiß malen, und meineNebenmenschen nicht zu sehr anschwärzen. Ich werde immer meineFarbe ganz getreu angeben, damit man wisse, wie weit man meinemUrteil trauen darf, wenn ich Leute von anderer Farbe bespreche.

Ich erteilte meinem Buche denselben Titel, unter welchem Frauvon Stasl ihr berühmtes Werk, das denselben Gegenstand behandelt,herausgegeben hat, und zwar that ich es aus polemischer Absicht.Daß eine solche mich leitete, verleugne ich keineswegs; doch indem ichvon vornherein erkläre, eine Parteischrift geliefert zu haben, leiste ichdem Forscher der Wahrheit vielleicht bessere Dienste, als wenn icheine gewisse laue Unparteilichkeit erheuchelte, die immer eine Lügeund deni befehdeten Autor verderblicher ist, als die entschiedensteFeindschaft. Da Frau von Stasl ein Autor von Genie ist und einstdie Meinung aussprach, daß das Genie kein Geschlecht habe, so kannich mich bei dieser Schriftstellerin auch jener galanten Schonung über-heben, die wir gewöhnlich den Damen angedeihen lassen, und die imGrunde doch nur ein mitleidiges Certifikat ihrer Schwäche ist.

Ist die banale Anekdote wahr, welche man in Bezug auf obigeÄußerung von Frau von Stasl erzählt, und die ich bereits in meinenKnabenjahren unter andern Bonmots des Empires vernahm? Esheißt nämlich, zur Zeit, wo Napoleon noch erster Konsul war, seieinst Frau von Stasl nach der Behausung desselben gekommen, umihm einen Besuch abzustatten; doch trotzdem, daß der dienstthuendeHuissier ihr versicherte, nach strenger Weisung niemanden vorlassenzu dürfen, habe sie dennoch unerschütterlich darauf bestanden, seinemruhmreichen Hausherrn unverzüglich angekündigt zu werden. Alsdieser letztere ihr hierauf sein Bedanern vermelden ließ, daß er die ver-ehrte Dame nicht empfangen könne, sintemal er sich eben im Bade befände,soll dieselbe ihm die famose Antwort zurückgeschickt haben, daß solcheskein Hindernis wäre, denn das Genie habe kein Geschlecht.