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8 (1898) Deutschland : 2
Entstehung
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Geständnisse,

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Em geistreicher Franzose vor einigen Jahren hätten dieseWorte einen Pleonasmus gebildet nannte mich einst einen koman-tigus ciskrogus, Ich hege eine Schwäche für alles, was Geist ist,und ,so boshaft die Benennung war, hat sie mich dennoch höchlichergötzt, Sie ist treffend. Trotz meiner exterminatorischen Feldzügegegen die Romantik, blieb ich doch selbst immer ein Romantiker, undich war es in einem höheren Grade, als ich selbst ahnte. Nachdemich dem Sinne für romantische Poesie in Deutschland die tödlichstenSchläge beigebracht, beschlich mich selbst wieder eine unendliche Sehn-sucht nach der blauen Blume im Traumlande der Romantik, und ichergriff die bezauberte Laute und sang ein Lied, worin ich mich allenholdseligen Übertreibungen, aller Mondscheintrunkenheit, allein blühen-den Nachtigallen-Wahnsinn der einst so geliebten Weise hingab. Ichweiß, es war dasletzte freie Waldlied der Romantik", und ich binihr letzter Dichter; mit mir ist die alte lyrische Schule der Deutschengeschlossen, während zugleich die neue Schule, die moderne deutscheLyrik, von mir eröffnet ward. Diese Doppelbedeutung wird mir vonden deutschen Literarhistorikern zugeschrieben. Es ziemt mir nicht,mich hierüber weitläuftig auszulassen, aber ich darf mit gutem Fugesagen, daß ich in der Geschichte der deutschen Romantik eine großeErwähnung verdiene. Aus diesem Grunde hätte ich in meinem BucheVs lUUIsruu^ns", wo ich jeue Geschichte der romantischen Schuleso vollständig als möglich darzustellen suchte, eine Besprechung meinereigenen Person liefern müssen. Indem ich dieses unterließ, entstandeine Lakune, welcher ich nicht leicht abzuhelfen weiß. Die Abfassungeiner Selbstcharakteristik wäre nicht bloß eine sehr verfängliche, sondernsogar eine unmögliche Arbeit, Ich wäre ein eitler Geck, wenn ichhier das Gute, das ich von mir zu sagen wüßte, drall hervorhübe,und ich wäre ein großer Narr, wenn ich die Gebrechen, deren ichmich vielleicht ebenfalls bewußt bin, vor aller Welt zur Schau stellte Und dann, mit dem besten Willen der Treuherzigkeit kann keinMensch über sich selbst die Wahrheit sagen. Auch ist dies niemandembis jetzt gelungen, weder dem heiligen Angustin, dem frommen Bischofvon Hippo, nach dem Genfer Jean Jacques Rousseau, und am aller-wenigsten diesem letzteren, der sich den Mann der Wahrheit und derNatur nannte, während er doch im Grunde viel verlogener und un-natürlicher war, als seine Zeitgenossen, Er ist freilich zu stolz, alsdaß er sich gute Eigenschaften oder schöne Handlungen fälschlich zu-schriebe, er erfindet vielmehr die abscheulichsten Dinge zu seiner eigenenVerunglimpfung, Verleumdete er sich etwa selbst, um mit desto