Vorrede.
ten. Rußland giebt uns davon täglich Beyspiele; unddas französische eilfertige Genie zeigt sich in Staats-Handlungen wie im Roman. Man kann es so garunter der Erde an der Linie kennen, womit es einenreichen Erzgang verfolgt, und sich zuwühlt. DerGefchichcSschreiber wird dieses fühlen, und allemal soviel von der Geschichte der Künste und Wissenschaftenmitnehmen, als er gebraucht, von den Veränderun-gen der StaatSmoden Rechenschaft zu geben.
Zur Geschichte des westfälischen Friedens gehörteine grosse Kenntniß der Grundsätze, welche seine Ver-fasser hegten. Man wird von einer spätern Wendungin den öffentlichen Handlungen keine Rechenschaft gebenkönnen, ohne einen Thomasius zu nennen; und ohnezu wissen, wie unvorsichtiger seine Zeit zum raisonni-ren geführet habe. Der Stil des letztern Krieges istdaran kcnntbar, daß alle Partheyen sich wenig aufden Grotius berufen, sondern sich immer an eine be-queme Philosophie, welche kurz vorher in der gelehrtenWelt herrschte, gehalten haben. Die neue Wen-dung, welche ein Strube der deutschen Denkungs,arl dadurch giebt, daß er wie Grotius Geschichtskun-de, Nechtsgelehrsamkcit und Philosophie mächtig ver-knüpft, ist auch an verschiedenen Staatshandlungenmerklich. Das öffentliche Vertrauen der Höfe beruhetauf solchen Grundsätzen und solchen Männern. Undihr Name mag wohl um dem Namen der grösten Feld-herrn genannt werden. Brechen endlich Religionsmei-uungen m bürgerliche Kriege aus: so wird ihre Ge-schichte