Vorrede.
eine gemeine Hülfe gefordert werden moate. DasSreuerwescn gieng aiio durch unendliche Krümmungenund quere Processe in seinem Laufe fort. Geistliche,Edelleute und Städte, verlohren vieles von demjenigen,was sie in der mittlern Zeit und bey andern Verrheidi«gungsanstalten wohl erworben und verdienet hatten.Der Landesherr ward durch die Nutzung des gemeinenReichscigenthums mächtiger. Ehrgeiz, Eifersucht undPhancasie verführten ikn zu stehenden Heeren; und dieNoth erforderte sie anfänglich. Der Kayser sahe sieaus dem grossen Gesichtspunkte der allgemeinen Reichs-Vertheidigung gern, erst, ohne sie nach einem sichernVerhältniß bestimmen zu wollen, und bald, ohne es zukönnen.
Jedoch ein aufmerksamer Kenner der deutschen Ge-schichte wird dieses alles fruchtbarer einsehen, und leichterkennen, daß wir nur alsdenn erst eine brauchbareund pragmatische Geschichte unsers Vaterlandes erhal-ten werden, wenn es einem Manne von gehöriger Ein-sicht gelingen wird, sich auf eine solche Höhe zu setzen,wovon er alle diese Veränderungen, welche den Neichs-boden und seine Eigenthümer berroffn, mit ihren Ursa-chen und Folgen in den einzelnen Theilen des deutschenReiches übersehen, solche zu einem einzigen Hauptwer-ke vereinigen, und dieses in seiner ganzen Grösse unge-mahlt und ungesthnitzt, aber stark und rein ausstellenkann. Wie vieles wird aber auch ein Gatterer nochmit Recht fordern, ehe ein Geschichtschreiber jene Höhebesteigen, und sein ganzes Feld im vollkommensten Lichteübersehen kann.
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