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Güttingen, dm 22. Mai 1721.
AAie froh bin ich nicht, daß Sie nicht sehen können, mit wasfür einem Gesicht ich diesen Brief schreibe. Es ist eins der son-derbarsten, die ich machen kann.
Ich nehme mir die Freiheit, Ihnen hier die erste Lieferungvon unserm Hogarth mit schuldigster Bangigkeit zu überrei-chen, und Sie um unserer Freundschaft willen zu bitten, Ihrgewichtvolles Urtheil darüber gegen Andere gütigst zurück-zuhalten, wenn es Ihnen nicht gefällt. Gegen mich selbst sa-gen Sie Alles, was Sie davon denken, und um gleiche Freund-schaft bitte ich Ihren Herrn Sohn, den Herrn Hofmaler. —Ich kann mich vor diesen Paar Freunden wohl eröffnen, weilich weiß, daß ich in Ihren Händen sicher bin.
Meine ganze Absicht bei diesem Ding ist, mir Etwas zuverdienen, das ich sehr nöthig habe. Nichts weiter. Schlägtmir dieses fehl, so setze ich keine Feder weiter an. Können Siees also einigermaßen empfehlen, so thun Sie es, liebster Freund,mir zu Liebe. Das bißchen Profit, das herauskommt, ist größ-tentheils mein.
Um das Verdienst dieser Copien ganz zu erkennen, mußman die Originale dabei haben, um die Ähnlichkeit der Gesich-ter wabrlich zu bewundern. Glauben Sie wohl, daß dieserNiepenhausen die 6 Platten in 8 Wochen geätzt, und dabei nocheineMenge von Vignetten für andere Buchhändler vollendet hat?An diesem Menschen, der etwa 30 Jahr alt ist, ist gewiß einsehr guter Kopf verdorben. Alles dies ist ihm eine Kleinigkeit.
Die nächsten Platten werden gewiß Keffer werden, weil er