Druckschrift 
Genealogisch-historische Darstellung der Abstammung des verstorbenen Erb-Land-Marschalls Cord Jaspar Ferdinand von Moltzan auf Grubenhagen, Rothenmohr, Ulrichshausen und Moltzow c. P., und der jetztlebenden Gräflichen, Freyherrlichen und Adlichen Maltzane und Moltzane, als Prätendenten zu den von Moltzan-Grubenhäger Lehnen ...
Entstehung
Seite
172
Einzelbild herunterladen
 

172

Nachdem er nun zu vorliegendem Zwecke gesummte tm Großherzoglichen Archiv aufbewahrteUrkunden, sie seyen Originale, Abschriften oder Ectracte bis zu den ältesten Zeiten hinauf, derReihe nach angesehen, und die von den Moltzanen und Maltzanen sprechenden hiesigen Doku-mente nicht nur kennen gelernt, sondern selbige auch reiflich geprüft hatte, nachdem er ferner ge-samte Acten, sowohl der vormaligen, als jetzigen hiesigen Güter dieses Geschlechts, als auchsonstige ihm bekannt gewordene Acten über verschiedene andere Moltzansche und Maltzansche An-gelegenheiten gelesen und gesammte daraus gesammelte Materialien geordnet und in ein Ganzesgebracht hatte, so dürften aus obiger auf diese Weise entstandenen genealogisch-historischen Dar-stellung, folgende für die Maltzane und Moltzane günstige Resultate unbezweifelt hervorgehen:

1.

Daß in der zweiten Hälfte des 14ten Jahrhunderts zwey Brüder und Ritter Moltzan,Namens Berend de Oysta (von oder zu Osten) «üb IV. und Ulrich aus Grubenhagen «übIV. s., in den Mecklenburgschen Landen lebten,

2.

daß von diesem Ritter Ulrich Moltzan auf Grubenhagen «ub IV. g., als dem jüngernBruder, und Stifter der Grubenhagenschen Linie, der jüngst, I. Deeember 1813 ohne männlicheLeibes - Lehns - Erben verstorbene Erb-Land-Marschall Cord-Jaspar-Ferdinand von Moltzan aufGrubenhagen, Rothenmohr, Ulrichshausen und Moltzow e. 1>. «ub IV. o.,

3.

von dem Ritter und Herzoglich - Pommerschen Marschall Berend Moltzan de Oysta «ubIV. aber, als dem Stifter der Woldeschen und mithin auch der aus selbiger hervorgegan-genen, sowohl Pentzlinschen, nachhin Schlesischen und Schlesisch-Pentzlinschen, als auch der jüngernPommerschen Linie, nicht nur die jeht-lebenden, zur Schlesischen und Schlesisch-Pentzlinschen Liniegehörenden Reichs - Freyherrn und Grafen Gebrüder und Bettern von Maltzan, und zwar:Ferdinand, Friedrich und Adolf, Gebrüder Freyherrn von Maltzan auf Pentzlin, Peccatel undWionzowna «üb IV. 4. e. 2., IV. 3. e. 3. und IV. 4 e. 4., und ihres verstorbenen älternBruders Heinrich Freyherrn von Maltzan auf Tarnow «uk IV. 4. e. I. hinterlassen? dreySöhne Friedrich, Ernst und Heinrich, Gebrüder Freyherrn von Maltzan, sowie ihre zur GräflichMaltzanschen brunobe auf Militsch gehörende Wettern, nämlich: der zur Zeit des Absterbens desvorhin genannren Erb-Land-Marschalls Cord-Jaspar-Ferdinand von Moltzan auf Grubenhaqcntt. «ub IV. u. noch lebende Graf Joachim Carl, von Maltzan auf Militsch «ub IV. 3. Iii.und die von demselben, bei seinem im Sept. 1817 gleichfalls erfolgten Ableben angeblich hinter-lassenen beiden Söhne Joachim-Alexander-Casimir und Joachim-Cäsar-Eugen, Gebrüder Grafenvon Maltzan auf Militsch «ub IV. 3. kst 1. und IV. 3. A''. 2., sonder» höchst wahrscheinlichauch die übrigen, in den hiesigen und Pommerschen :c. Landen sich aufhaltenden, und zu der,zum Theil noch bis zu Anfang des 18ten Jahrhunderts in hiesigen Acten vorkommenden jüngernPommerschen Linie aus Osten, Sarow, Wolde zc., sich rechnenden adlichcn Moltzane und Maltzaneabstammen, und daß mithin weder jene Reichs - Freyherrn und Grafen von Maltzan, noch dieunter dieser Benennung vorkommenden und zur jüngern Pommerschen Linie sich rechnendenadlichen Glieder ein von den Moltzanen verschiedenes Geschlecht sind, sondern daß solche Be-nennung alleine aus dem Oesterreichschen, Böhmischen und Schlesischen Dialecte entstanden ist.

4.

Daß, wenn von jenen beiden Gebrüdern und Rittern Berend Moltzan de Oysta «ub I V.und Ulrich Moltzan auf Grubenhagen «ub IV. »., auch deren Bater, der Ritter Lüdeke Moltzan«ub 111. s. in der ersten Hälfte des 14ten Jahrhunderts, ferner deren Großvater der RitterBernhard Moltzan auf Kummerow «ub II. 4. im ersten Viertel des 14ten Jahrhunderts, undhiernächst deren Eltervater, der Ritter Ludolf Moltzan auf Kummerow «ub I. in der zweitenHälfte des 13ten Jahrhunderts, als die ältesten bekannten Ahnherrn und Stamm-Bäter derjetzt-lebenden Maltzane und Moltzane, in hiesigen Urkunden vorkommen, der jüngere solcher beidenBrüder, nämlich der Ritter Ulrich Moltzan auf Grubenhagen «ub IV. u., als der Stifter derGrubenhagenschen Linie, dennoch der erste dieses Geschlechts ist, dessen Ansässigkeit auf Gruben-hagen hiesige Urkunden documentiren.

3.

Daß dagegen genannter fein Bater, der Ritter Lüdeke Moltzan «ub III. s., wie auchdessen Bruder, Ritter Heinrich Moltzan «ub III. ^1., wahrscheinlicher Stifter der um die Mittedes 15ten Jahrhunderts ausgestorbenen Moltzanschen Linie auf Schorsow, als die ersten Er-werber der Grubenhagenschen Güter anzusehen sind, und solche Güter, welche zu Anfang desI4ten Jahrhunderts dem Geschlecht? der Gruben noch gehörten, in der ersten Hälfte desselbenerworben haben müssen.