149
§. 6.
sck IV. l?. I. Johann Bernhard Moltzan auch Maltzan Freyherr zu Warten-berg und Pentzlin auf Wartenberg,desselben Ableben, Siegel, Schreib-Art seines Geschlechts-Namens, hinterlassene Gemahlinn und Sohn.
Der Freyherr Johann Bernhard Moltzan auch Maltzan auf Wartenberg sub IV. Ll. 1.,mit dem die Nachrichten von dieser Freyherrlich Wartenbergschen Linie, und zwar von der dar-aus hervorgegangenen Freyherrlichen, jetzt Gräflich von Maltzanschen brsnolie auf Militsch, bisauf einige Nachrichten aus den Jahren 1675, 1707 und 1714, fast gänzlich,von der ebenfalls daraus hervorgegangenen Freyherrlich von Maltzanschen brsnclie auf Neu-schloß, jetzt auf Pentzlin, Peccatel und Wionzowna aber, bis zum I. 1702 im GroßherzoglichenArchiv aufhören, und erst von diesem Jahre an sehr vollständig hier aufbewahrt werden,starb zwischen 1364 und 1370, und hinterließ von seiner ihn überlebenden Gemahlinn Elisabeth,gebohrne Freyinn von der Lamnitz und Meseritz, einen einzigen, und zwar minderjährigen Sohn,Namens Joachim Maltzan, auf den er die mit einer Schulden-Last von 20000 UngarischenGoldgulden von ihm selbst angenommene Herrschaft Wartenberg in einem sehr verschuldeten Zu-stande vererbte, und während dessen Minderjährigkeit diese seine Mutter als Vormünderin, dieeine Hälfte derselben erblich verkaufte, wie solches im folgenden §. gezeigt worden.
Was die Schreib-Art seines Geschlechts-Namens und die Wapen-Bilder des von ihmgeführten Siegels betrifft, so geben beide vorhin angeführte eigenhändige Schreiben desselbenvon 1338 und 1364, völlig gewisse Auskunft darüber.
In dem erstern Schreiben von 1338 unterzeichnete er sich: »Hans Bernhart Maltzannfreiher zu wartenberg vnd pentzlin«, in dem nachherigen Schreiben von 1364 aber: »HansBernhart Moltzan freiher zu wartembergk vnd Pentzelin«,
wogegen er seinen in beiden solchen Schreiben gedachten Wetter (Vaterbruder) Georg den alternFreyherrn zc. (auf Pentzlin «ub IV. kV s.) nicht Moltzan, sondern Maltzan, und seinenin dem jüngern Schreiben gleichfalls gedachten verstorbenen Water Joachim Freyherrn :c., nichtMaltzan, sondern Moltzan, darinn nennet.
Die auf beiden solchen Schreiben gegenwärtig noch befindlichen Siegel, welche mit zweyverschiedenen Stempeln aufgedrückt worden, sind sich im Betreff der Wappenbilder völlig gleich,denn beide führen in einem, seitwärts mit Schnörckelwerck verzierten französischen Schilde rechtsdie beiden rechtssehenden Hasen-Köpfe, und links eine Rebe mit zwey Blättern und einerTraube, über dem Schilde einen Helm mit Federn, und zu beiden Seiten der Federn dieAnfangs-Buchstaben seines Namens, nämlich: M — ill.;
in Hinsicht der Anzahl der Federn auf dem Helme aber, findet zwischen beiden Siegeln einekleine unbedeutende Verschiedenheit Statt, indem auf dem Siegel des jüngern Schreibens9 Federn, auf dem Siegel des ältern Schreibens aber nur 7 Federn befindlich sind.
8 7.
sä IV. II. Joachim Maltzan (Freyherr) auf Wartenberg,
AGDZ? während seiner Minderjährigkeit verkauft seiness-ZA^ Mutter Elisabeth gebohrne Freyinn von der Lam-nitz und Meseritz, als seine Vor münderinn, und alsHans-Bernhard Maltzans Freyherrn auf Warten-berg und Pentzlin w. hinterlassene Wittwe, die eineHälfte der von demselben nachgelassenen sehr ver-schuldeten Herrschaft Wartenberg.
Gleichwie Johann-Bernhard Moltzan auch Maltzan Freyherr zu Wartenberg und Pentzlinauf Wartenberg «ub IV. (Z. 1., der väterlichen Disposition zufolge, die Herrschaft Wartenbergmit einer darauf haftenden Schulden-Last von 20000 Ungarischen Goldgulden, nach des WatersTode angenommen hatte,
eben so hinterließ er dieselbe auch seinem unmündigen Sohne, dem Freyherrn Joachim Maltzansub IV. H. in einem sehr verschuldeten Zustande.
Weil dieser sein Sohn Joachim Maltzan, der, wie im folgenden Z. gezeigt worden, imI. 1539 11. Mai auf dem Freyherrlichen Schlosse zu Wartenberg gebohren worden, bei seinemzwischen 1564 und 1570 erfolgten Absterben aber noch sehr jung war, so hielten die Vor-münder desselben für rathsam, die eine Hälfte solcher Herrschaft zu Conservirung der andernHälfte, zum Besten ihres Mündels zu verkaufen, und folgender würcklich darüber zu Standegekommener Handel zeigt zugleich die unmittelbare Abstammung desselben von gedachtem FreyherrnJohann- oder Hans-Bernhard Moltzan, auch Maltzan auf Wartenberg sub IV. K. 1.
38
I5S8Mar. Mggdal.
1S64.
T-2 R-KG?
8 3