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Ein verschollenes Adelsgeschlecht der Oberlausitz in Preussen : [Koblitz oder Colbitz] ; nebst einigen Gedanken über die Nationalität alter oberlausitzircher Adelsgeschlechter
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24 Ein verschollcncS Aix'lsgcschlecht dcr Oberlausitz in Preußen.

wovon wir für die Oberlausitz nur ein einziges urkundliches Zeugnis; beiden v. Kamenz, haben, andrerseits Familien von slavischer Nationalität, mochteilsie eingeboren oder eingewandert sein, von Ortschaften, die sie erworben, ent-weder mit slnvischen Namen oder mit deutschen — falls sie von den Deutschenneu gegründet oder umbenannt waren — sich in gleicher Weise, wie jenedeutschen Familien, nannten, sei es, daß sie ihren bisherigeil Geschlechtsnamenganz oder zeitweise aufgabeil, sei es, daß sie, die nach der alteil Wendensittenur einen Namen trugen, zur Unterscheidung sich genöthigt sahen, einenLokalnamen, den Namen ihres Sitzgutes, dem bestehenden hinzuzufügen, sei es,daß sie den ihnen im gemeinen Leben beigelegteil Lokalnamen mit einemandern vertauschten. Ist dies richtig, so sieht mau, daß bei Adelsfamilieu inslavischeu (wendischen) germanisirten Ländern Schlüsse aus ihren Namen (d. h.aus ihrer linguistischen Qualität) auf die Herkunft oder Nationalität ihrer Trägertäuschen können und sicher öfters sehr täuschend geweseil sind. Es werden dahernoch andere Momente zu Hülfe genommen werden müssen, um die Entscheidungüber die Nationalitätsfrage herbeizuführen. Freilich wird dabei der Satz nichtschlechterdings seiner Gültigkeit entkleidet werden können, wenn man u prioriund bis zum Beweise des Gegentheils der These huldigt, daß Geschlechter mitwendischen Namen wendischen, mit deutschen Namen deutschen Ursprungs sind.

Kommen wir auf die v. Ko Iowas zurück, um zu fragen, welcherNationalität gehörteil sie an; war ihr Ahnherr ein Eingeborner des Landesoder war er ein Einzögling und welches war dessen Heimath?

Unbestritten ist es, daß ihr Name dein wendischen Sprachidiom augehört,unbestritten, daß er von einem Orte mit wendischem Namen entlehnt ist.Ferner hat sich bis jetzt keines ihrer Mitglieder im Besitze des ihr den Namengebenden Ortes Kolowas (Kohlwesa) gefunden und wenn der erste adeligeTräger dieses Namens erst im Jahre 1409 nachweisbar ist, so beweist dies,daß sie — wegen des einstigen wirklichen Besitzes von Kolowas — jedenfallsvor dem Jahre 1409 in der Oberlausitz existirt haben müssen. Bei der zutage tretenden Armuth, Kleinheit und Uubedeutendheit der Familie und imHinblick auf den notorischen Verlust zahlloser Urkunden des 12. bis 15. Jahr-hunderts kann es nicht Wunder nehmen, ihren Namen nicht früher zu finden.Wir können uns naturgemäß ihr svätes Auftreten erklären, wenn man derFamilie eineil autochthonen Ursprung in der Oberlausitz vindicirt, falls mau nichtdes erster» Umstaudes wegeil annimmt und aunehmen muß, daß ihre früherenAhnherren unter einein andern Namen latitiren, und daß die v. Kolowas derZweig eines Adelsgeschlechts wareil, welches von Hause aus einen andernNamen führte und daher ihren später» Namen erst infolge der Erwerbungvon Kolowas angenommen habeil. Daß solche Fälle zahllos in ganz Deutsch-land wareil, weiß jeder Sachkundige und daß auch die Oberlausitz nicht ganzarm an Beispielen hiervon ist, erzielst sich aus Knothe's trefflichem Werke.Für den letztern Fall würde man dann aber sicher die Uebereinstimmung desWappens der Stammfamilie mit dem des Zweiggeschlechts erwarten müssen.Das späte, doch auffällige Auftreten des letztern würde in jenem Falle hin-länglich erklärt sein, wenn mau nicht, wie bemerkt, in dem großeil UrkundenVerlust oder den bescheideneil Verhältnissen der Familie den Grund ihres spätenAuftretens sehen will. Nur 10 Familien, deren Heimath zweifelhaft ist lind