Druckschrift 
Ein verschollenes Adelsgeschlecht der Oberlausitz in Preussen : [Koblitz oder Colbitz] ; nebst einigen Gedanken über die Nationalität alter oberlausitzircher Adelsgeschlechter
Entstehung
Seite
19
Einzelbild herunterladen
 

Ei» vi > schollcnes Adelsgrschl> cht icr Dbcrlausitz i» Preisten. lg

Daß Daniel v> K. vermählt gewesen, ist urkundlich bezeugt. SeineGemahlin war Margaretha v. Gleissenthal, eine Tochter Georgs auf Sonnen-burg und einer geb. v. Malgcdein, verw. v. Gotsch.^) Sie erhielt zum Leib-gedinge drei Pfarrhnfen zu Sonnenburg, die ihm und seiner Ehefrau vomHerzoge Albrccht unterm 15. September l 551 auf ihre Lebenszeit verschriebenworden waren. Er wird also ein ziemliches Alter erreicht haben. DaßDaniel und sein gleich näher zu erwähnender Bruder George noch 1553 lebten,ist durch ein weiteres Schriftstück bezeugt. Neben ihnen wird auch ihr „Vetter"Ambrosius v. Colbitz genannt.

li. George v. Kolbit;,

der Bruder Daniel's. Er kommt nur in Gemeinschaft mit letzterm vor,weshalb wir ans die vorstehenden urkundlichen Angaben verweisen. Daß ernicht identisch mit dem gleichnamigen Pfleger zu Johannisburg ist, wird dadurchzweifellos, daß letzterer im Jahre 1519 starb, etwa ein Jahr nach Hansensv. Lindenau Tode, der die Errichtung seines Testaments noch ein Jahr über-lebte, wie dies in der schon erwähnten Klageschrift Ernsts v. Weißbeck (fürsich, seine Brüder und seine Mutter), Peters und Georgs v. Kolbitz undMartins v. Eppingen aus dem Jahre 1527 wegen der ihnen nach dem TodeHansens v. L. gebührenden 1000 Mark ausdrücklich vermerkt ist.^)

Aus dem folgenden Jahre findet sich eine Verschreibung des HerzogsAlbrecht für Ernst v. Weißbeck ckk ckuto Königsberg den 23. December 1528,laut der ihm ans den Todenfall Hansens v. Kolbitz dessen gestimmte fahrendeHabe zufallen solle, ausgenommen jedoch Geld, Gold und Silber. Dabei isterwähnt, daß die Gebrüder Daniel und George v. K. den NingelschenHof, der früher nach Preußischem Rechte heimgefallen und ihnen dann ein-geräumt war, dem Herzoge wieder verkauft habe;;.

Die Verwandtschaft ErnstS v. Weißbeck, seiner Brüder und seinerMutter mit Hans v. Lindenau und den v. Kolbitz ist indeß nicht ersichtlich.Vermittelt scheint sie durch die Mutter der Brüder v. W., die eine geborenev. Lindenau oder v. Kolbitz gewesen sein mag. Ueber die v. W. sei, da sie auchmit der Oberlausitz in Verbindung stehen, nachstehendes bemerkt. Der nichtnamentlich bekannte Vater der v. W. war noch 1534 am Leben, 1539 aber bereitsverstorben und wurde von seiner Ehefrau überlebt. Ihre 3 Söhne waren Hans,Ernst und Martin v. W., von denen der erstere 1539 von Johann v. Schön-burg als sein „Unterthan" bezeichnet wird, der jüngste, der 1527 nebst seinemBruder Ernst als Bevollmächtigter der Erben Hansens v. Lindenau auftritt,fnngirte 1539 und noch 1540 als Pfarrer von Klüx in der Oberlausitz;^)der mittlere Bruder, Ernst v. W., der sich längere Zeit in Preußen aufhielt,war anfänglich Schönburgischer Hofdiener und, wie es nach seinen; Tode heißt,„Amtmann" in Preußen gewesen,^) Er starb im Jahre 1534 und besaß

st- Härtung, tragm. xenenl. 0 179. Preist. Archiv 1794 i» 75.

2) Foliant betitelt: Allerlei Rath und Abschiede auch gemein Nathbuch 1527 f. 88im Staatsarchiv zu Königsberg.

^ Jetzt Klix, nördlich von Vantzc».

"h Ich vermntbc, daß seine Bestallung als solcher im Registrantcn, betitelt Bestallungenund stulässc >1» 1528^1531, wo seiner gedacht wird, enthalten ist.

2»