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Ein verschollenes Adelsgeschlecht der Oberlausitz in Preussen : [Koblitz oder Colbitz] ; nebst einigen Gedanken über die Nationalität alter oberlausitzircher Adelsgeschlechter
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Ein Verschollenes ÄdelSgeschlecht der Obcrlansitz in Preußen. 17

von 1527 nicht als solcher erwähnt wird, sondern nur der in der Oberlausitzwohnende Hans v. Kalbitz resp. dessen Schwester Anna und die GebrüderDaniel und George v. Colbitz. Daß der Letztgenannte ein anderer war,als der ehemalige Pfleger von Johannisburg, ist zweifellos, da dieser schon 1519verstorben war, Noch in demselben Jahre 1527 am 14. December empfingHans eine neue Verschreibung vom Herzoge Albrecht für seine Lebenszeit überEinkünfte aus dem Amte Labiau, doch sollten die Güter nach seinem Todedem Herzoge heimfallen.!) letztere Notiz möchte beweisen, daß Hans

v. K. damals unvermählt und ohne leibliche Descendenz war.

Ueber die weiteren Lebensschicksale Hansens v. K. habe ich nichtsermitteln können.

4. Peter v. Kalbitz

führt denselben Taufnamen wie der 1409 in der Oberlausitz lebende erstebekannte Ahnherr des Geschlechts. Wann er nach Preußen gezogen, stehtnicht fest; aber wir werden kaum fehl gehen, wenn wir annehmen, daß eraus Anlaß des Eintritts Georgs und Hansens v. K. in den Deutschen Ordenin Preußen, wo diese gut vorwärts gekommen waren und sich auch mancheLandsleute von ihnen befanden, sich dorthin gewendet habe. Seine Verwandtschaftmit ihnen anlangend, so kann die Stelle des Lindenauschen Testaments von1517 „Herrn George und Hans Pfleger zu Johannisburg und Sehesten,Peter und Hans v. Colbiz, angezeigter beider Herren Gebrüder", nicht andersverstanden werden, als daß er ihr Bruder war. Daß Hans v. Lindenau ihmein Prälegat aussetzte, kann nicht weiter auffallen.

Als Mitglied des Deutschen Ordens erscheint Peter v. K. niemals. Dieerste Kunde von ihm datirt aus dem Jahre 1495, in welchem er als Dienerdes Hochmeisters (Johann v Tiefen) erscheint und in demselben Jahre inGemeinschaft mit Hans v. Köckeritz die zu Königsberg am Tage Valentini1495") ausgestellte Soldquittung Siegmund Notsch's untersiegelt. Er heißthier Peter von Kol baß; sein kleines achteckiges Ringsiegel zeigt in einemgeschweiften Schilde, über dem die Buchstaben IN X. stehen, die drei gestürztenLindenblätter.

Ueber seine spätere Stellung in Preußen kann man nur Vermuthungenhaben; namentlich ist es zweifelhaft, ja vielmehr unwahrscheinlich, daß ernoch ferner im speciellen Dienste (Hofdienste) des Hochmeisters Friedrich(1497—1510) gestanden hat.

Unter diesen Umständen ist es auch erklärlich, daß er nach der Er-langung voic Grundbesitz strebte, den er auch — selbstredend keinen umfang-reichen — im Kammeramt Waldau und im Hauptamt Nastenburg^) erwarb.Auch vermählte er sich, wohl um den Anfang des 16. Jahrhunderts, miteiner geborenen v. Eppingen, einer Schwester Martins v. E. auf Kraussen,nachher auf Perkau'!), ^ diesem seinem Schwager in

U Staatsarchiv zu Königsberg, Schiebt., XUIX. Nr. 13.

N Staatsarchiv zu Königsberg, Schiebt., Adclsgcschichtc X. Nr. 6V.

8) Hier wird er 1510 als Insasse aufgeführt.

Z. Härtung, t'i'UAin. genest. 1. 113, wonach Martin v. E. nicht eine v. Kalbitzzur Ehe battc, sondern zuerst mit einer geb. v. Kikol (ul. Fürstcnbcrg), sodann mit einerv. Pilgrain vermählt war.

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