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Ein verschollenes Adelsgeschlecht der Oberlausitz in Preussen : [Koblitz oder Colbitz] ; nebst einigen Gedanken über die Nationalität alter oberlausitzircher Adelsgeschlechter
Entstehung
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Ei» vcrschallencS AdelSgeschlccht der O-crlansiy in Preußen. 25

in der Oberlausitz selbst zu suche» sei» wird, giebt es, welche zum erste» Malemit dem 15. Jahrhuuderl iu die Geschichte eiutreleu (Knoph, Kolowas, Kintsch,Schley, sttechern, Knobloch, Leheit, Ntinnewitz, Raber uud Weigsdorf).

Wir behaupte» uuu, daß die v. Kalwas zum autochthonen Adel derOberlausitz gehöre» uud Hierselbst ihre» Urspruug geuamiueu habe», ebeusawie die Familie» Baruth, Baudessin, Belwltz, Balberitz, Doberschau, Doberschütz,Döbschütz, Gerlachsheim, Gusk, Kittlitz. Klür, Kopperitz, Kpau, Aiaren,Ätuschwitz, Nndelwitz, Nostitz, Pauuewitz, Peuzig, Porsitz, Nosenhain, Schreibers-dorf, Silawitz, Temritz, Warnsdorf, Welkom uud »och einige nwhr.

Die Gründe uud Argumente für unsere Behauptung sind folgende.

1) Eine Familie erachte ich dem Lande entstammend, iu welchem siezuerst urkundlich auftritt. Die v. Kalo was sind zuerst und ausschließlich nuriu der Oberlausitz nachweisbar lind zwar — so weit bis jetzt bekannt — seitdem Anfange des 15. Jahrhunderts. Vorher sind sie iu keinem anderndeutschen Staatsgebiete zu finden.

2) Die v. Kolowas führe» einen uudeutscheu Namen uud zwar voneinem undeutsch (wendisch) benannten Orte der Oberlausitz (Kohlwesa früherKolomas), der mithin als ihre Wiege uud ihr ursprünglich ihnen den Namengebendes Sitzgut angesehen werden muß.

3) Ihr Wappen (3 Lindeublätter 2. 1) zeigt die Charakteristicanicht eines deutscheu, sondern eines slavischeu (wendischen) Wappens.

Daß der zweite Grund nicht lediglich uud au uud für sich, sondern nuriu Verbindung mit den anderen zur rechten und gewichtigen Geltung gelangenkann, haben wir bereits oben angedeutet. Denn es ist doch denkbar, daß eineim Mittelalter in einem Wendenlande sich niederlassende Adelsfamilie vondeutscher Extraction ihren althergebrachten, väterlichen Namen ablegend denNamen ihres neuen mendischbenannten Besitzthums annahm und weiter fort-führte, mithin wenn die Existenz ihres frühern Namens in Vergessenheit geratheuwar, sich mindestens dem Namen uud Anscheine nach als eine wendische Familiedarstellt. Nach den bisherigen Wahrnehmungen sicherer Fälle fanden solcheVorgänge aber 1) nur im frühen Mittelalter statt, 2) eine Vertauschuna desanererbteu väterlichen Geschlechts-Namens mit dem der neuen Heimath entlehnten (Local-) Namen doch nur vorübergehend oder doch meistens so, daßbeide Namen promiseua neben einander iu Gebrauch kamen,H Es zeigt sich nun,wenn wir die Oberlausitz ins Auge fassen, daß von allen den nachweisbarin dieselbe von außerhalb eingewanderten (ca. 100) Adelsfamilien erweislichnur eine einzige, die von Kamenz, ihren althergebrachten Namen (Vesta)nach und nach dauernd verändert und abgelegt hat, alle anderen ihn aberstetig beibehalten haben, wie die Herren v. Schönbnrg aus Thüringen seitdem 12. Jahrhundert, die Burggrafen zu Dohna aus Meißen seit dem13. Jahrhundert, die Herren v. Steele ebendaher seit 1225, die Herrenv. Leipa aus Böhmen seit ca. 1235. die Herren v Michelsberg ebendaherseit ca. 1250, die v. Liebenau aus Sachsen seit ca. 120 l, die v. Jrrlebenaus Sachsen seit 1261, die v. Lossau aus Sachsen (?> seit 128t, diev. Luptitz aus Sachsen seit 1281, die v. Grißlau aus Meißen seit 1289,

i) Ich verweise hierüber auf die Angaben in meiner Abhandlung über das Geschlechtv. Markclingerodc am Harz und in Preußen in der Zeitschrift des Harzvercins 1. S. 220 ff.