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Ein verschollenes Adelsgeschlecht der Oberlausitz in Preussen : [Koblitz oder Colbitz] ; nebst einigen Gedanken über die Nationalität alter oberlausitzircher Adelsgeschlechter
Entstehung
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g Ein verschollenes Ndelsgeschlccht der Oberlausitz in Preußen.

Wappen-ManuscriptH überein, nur daß die Blätter nicht gestürzt sind, sondernaufrecht stehen und daß der Helm ungekrönt ist. Aehnlich ist das Wappen auch ineinem dritten handschriftlichen Wappenwerke dargestellt.^) Endlich ist es auch vonmir selbst in dem 1874 erschienenen Wappenbuche des ausgestorbenen Adels derProvinz Preußen publicirt worden. ^) Daß es den Charakter eines altadeligenWappens hat, bedarf dem Sachkundigen gegenüber keiner Bemerkung.

So lag die Frage über den Ursprung und die Heimath des v. Colbitz'schenGeschlechts in Preußen, als plötzlich und unvermuthet Licht in das Dunkelfiel und seine Herkunft mit völliger Sicherheit und unbestreitbar festgestelltwerden konnte. Dies veranlasste die in so vielen Beziehungen trefflichesphragistisch-heraldische Arbeit Knothe's über den Oberlausitzischen Adel.^)Auf der 6. Tafel dieser Schrift werden uns unter Nr. 93 und 94 zweirunde Siegel — jedoch ohne Umschrift — vorgeführt, deren ersteres (vomJahre 1409) drei zu 2. 1 gesetzte, unten abgerundete kleine Schilde — jedochmit einer leise angedeuteten Aederung — zeigt, während das zweite(vom Jahre 1478) drei viereckige, jedoch nach unten sich verschmälerndeFiguren in derselben Stellung enthält, von denen die beiden oberen dicht anden obern Schildrand anstoßen. Der Herr Verfasser erklärt S. 27 dieseFiguren für „kleine Schildchen", obschon höchstens nur die in dem ersterenSiegel Anspruch auf diese Bezeichnung haben könnten, keineswegs die in demletztern Siegel nach der vorliegenden Zeichnung. Die in der Zeichnung derSchildfigur des erstern Siegels sichtbare Form ist aber doch keineswegs diezu der betr. Zeit (1409) „übliche", wie es S. 27 heißt, vielmehr war diesedie unten spitze oder sich zuspitzende, und noch weniger giebt es „Schildchen"in der Gestalt, wie sie die Zeichnung des zweiten Siegels aufweist. BeideSiegel befinden sich an Urkunden des Domstifts-Archivs zu Bautzen; derInhaber des erstern ist zugleich der erste bekannte Ahnherr seines Geschlechtsin der Oberlausitz Petrus Colowas auf Beiersdorf, der des andern einDaniel von Kolowas auf Zschorna. Der Herr Verfasser verweist überdie Familie auf seine urkundlich bearbeitete Geschichte des OberlausitzischenAdels, in welcher S. 307 dieses wenig verbreiteten und äußerst mäßigbegüterten Geschlechts nur sehr kurze Erwähnung geschieht, weil die Nach-richten über dasselbe höchst spärlich fließen. Nur Träger des NamensKolmas aus der Zeit von 1409—1519 haben sich ermitteln lassen. Schonhier ist bemerkt, daß die Familie drei in die Eckes?) des Schildes gesetzteSchildchen im Wappen führe. Es heißt ferner daselbst, daß das Geschlechtmit der Namensform Kolowas, Colwas und Cholwatz erscheine und seinenNamen wohl von dem, von den Deutschen jetzt Kohlwesa genannten Dorfetrage, südlich von Pommeritz, das sie aber zur Zeit ihrer ersten urkundlichenErwähnung nicht mehr besessen zu haben schienen. °)

F. 29 auf der v. Wallenrodt'sche» Bibliothek zu Königsberg.

h F. 32 des in der Bibliothek der Königl. Deutschen Gesellschaft befindlichen sog.v. Lehndorff'schen Wappenbuches.

ch Nürnberg, Bauer und Raspe, lab. VII. S. 10. 11.

h Im Neuen Oberlauf. Magazin, Band I/XVII. Ein Sonderabdruck derselben istim Buchhandel in Görlitz erschienen.

h Der Name dieses Ortes wird ursprünglich also wohl auch KolowaS oder KolniaSgelautet haben. Daß nicht Kalbitz in der Oberlnusitz, nördlich von Königswarthe der