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Ein verschollenes Adelsgeschlecht der Oberlausitz in Preussen : [Koblitz oder Colbitz] ; nebst einigen Gedanken über die Nationalität alter oberlausitzircher Adelsgeschlechter
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Ein verschollenes Adelsgeschlecht der Obcrlausitz in Preußen. g

verstärken, wenn auf die Namensformen der Mitglieder des Geschlechts, welchesich zuerst in Prenßen — und zwar meistens als Angehörige des DeutschenRitterordens — zeigen, zurückgegangen wurde. Die nicht ganz geringe Zahlder Urkunden, welche sie namhaft machen, nennen sie niemals mit dein NamenColbitz oder Kalbitz, sondern bis gegen die Mitte des 16. JahrhundertsKolwas, Kolwis, Kolbas, Köllns und Kolboz (weitaus am häufigsten), selbstKolwepß und ein Siegel aus den: Anfange des 16. Jahrhunderts trägt denNamen Kolbas. Demnächst, nach Antiquirung der sonstigen Formen, taucht derName Kolwis und sodann Kolwitz auf, welcher letztere sich nebeil dem nun-mehr herausgebildeten „Kalbitz" (wie schon 1543 die Seuselitzer Nonnenheißen) noch bis gegen Ende des 16. Jahrhunderts behauptet. Es mußtealso auffallen, daß die doch nach der Analogie so vieler Orts-und Familien-namen auf -itz oder -Kitz gebildete Form Kalbitz mehr als ein halbes Jahr-hundert hindurch bei der Familie nicht anzutreffeil war und daß doch höchstensdie Nebenform Kolwis (analog: Korbitz, alt: Korivis) zu erwarten geweseilwäre, ferner aber, daß außer jenen 1197 und 1543 im Sachsenlande er-wähnten Personen keine einzige Urkunde desselben weitere Träger des NamensColbitz oder Kalbitz nachwies. Freilich lag und liegt ein überaus graßerTheil voil Urkunden Sachsens und Meißens noch ungedruckt da lind konnteilnicht unter ihnen sich die befinden, welche die Existenz eines in jeneil Ländernim Mittelalter begüterteil Geschlechts v. Kalbitz nachweiseil?

Das Wappen des Geschlechts, wie es uns aus zwei wohlerhaltenenSiegeln Peters v. K. vom Jahre 1495 ff und Georgs v. K. vom Jahre1512 bekannt geworden ist, zeigt im Schilde drei, 2. 1 gesetzte, gestürzteLindenblätter mit sehr kurzen Stielen, das letztere Siegel, groß, rund undtrefflich gestochen mit der Uinschrift S' h. (d. h. Herr) sorgt ^ Klllstos läßtauch den in einem mit den Blättern belegten Pfaueilschweife bestehendenHelmschinuck sehen. Aus späterer Zeit liegt auch noch etil etwas undeutliches,dem Anfange des 17. Jahrhunderts angehöriges Siegel und endlich das desoben erwähnten Otto Friedrich v. C. vor. ff Es zeigen sich hier im Schilde diedrei 2. 1 gestellten Blätter und auf dem Helm drei Stäbe oder Strauß-federn, die bekanntlich sehr oft mit Pfauenfedern variiren.

Aber auch an Abbildungen des Wappens, wenn auch zunächst nur inder handschriftlichen heraldischen Litteratur, hat es schon früh nicht gefehlt.Das zu Anfange des 17. Jahrhunderts gezeichnete sog. Mahnt'sche, fast aus-schließlich den Preußischen Adelswappen gewidmete Wappenbuch ff stellt einenweißeil Schild mit drei gestürzten grünen Lindenblättern dar, die sich aufdem Pfauenschwanze des gekrönten Helms wiederholeil. Hiermit stimmt dassogenannte v. Dudersberg'sche, gleichfalls dem 17. Jahrhundert angehörige

ff Es ist ein kleines achteckiges Ringsicgel. lieber dem Schilde stehen die Anfangs-buchstaben des NamcnS p. Ii.

ff Auf seiner Vcrzichts-Urkundc für die Herren zu Eulcnburg in Betreff seiner Ein-sprüche gegen die Subhastation seines Gütchens Kl. Paßlack oder Colbitzen vom 16. Juli1719. v. Mülverstedt Oipl. IIsburK. II. S. 797.

ff F. 42°. Vgl. über dasselbe meinen Aufsatz in den Preuß. Prov.-Bl. 1349. 1.S. 432 ff. Es soll schon seit geraumer Zeit ans der Bibliothek der AltcrthumS-GesellschaftPrussia in Königsberg, wo es sich befand, verschwunden sein.